Ist der Energiekrieg zwischen Moskau, dem Westen und den USA noch zu stoppen?

Aktuell sieht es so aus als könne der drohende 31.07.17 Karikatur Trump OsterhaaseEnergiekrieg zwischen den USA auf der einen Seite und, verwirrend genug,  Russland und zahlreichen Weststaaten auf der anderen Seite,   kaum noch gestoppt werden. Die geplanten Sanktionen der USA gegen Russland, die eine deutliche Mehrheit im US-Senat am Donnerstag, 27. Juli, beschlossen hatte,  „verunsichern die Energieversorgung ganzer Staaten und führen europäische Firmen in den Bankrott“, schrieb die von Moskau gesteuerte Nachrichten-Agentur Sputniknews am Wochenende. Ganz besonders werden aber europäische Firmen tangiert, die an russischen Gas-Projekten, insbesondere an der geplanten Pipeline Nord Stream 2,

Wie Du mir, so ich Dir! Über 700 Deiner Diplomaten müssen gehen, unser Land verlassen ...

Wie Du mir, so ich Dir! Über 700 Deiner Diplomaten müssen gehen, unser Land verlassen …

beteiligt sind. Ein Blick auf den vom US-Repräsentantenhaus verabschiedeten Sanktions-Gesetzentwurf zeigt aber auch, dass selbst US-Firmen von den Sanktionen betroffen sind. Russland hat als erste Antwort über 700 US-Diplomaten nach Hause geschickt. Sie müssen das Land verlassen.

 Russland ist nicht nur seit Jahrzehnten der Hauptlieferant für Öl und Gas für Deutschland und die Europäische Union (EU), berichtet Sputnik.  Im Zuge der Internationalisierung des Öl- und Gasmarktes sind, laut der russischen Agentur,  inzwischen auch die wichtigsten weltweiten Energiefirmen an russischen Leitungen beteiligt.

Demnach  gibt es insgesamt 90 Pipelines, die Erdöl, raffinierte

Wie geht es jetzt weiter? US-Außenminister Rex Tillerson ( l.) und der russische Außenminister Sergej Lawrow

Wie geht es jetzt weiter? US-Außenminister Rex Tillerson ( l.) und der russische Außenminister Sergej Lawrow

Brennstoffe und Erdgas aus der Russischen Föderation in 13 Nachbarstaaten transportieren.  Darunter befinden sich demnach fünf EU-Staaten: Finnland, die drei baltischen Länder und Deutschland. An mindestens drei Leitungen, über die Erdöl aus Russland exportiert wird, sind Unternehmen aus dem Westen beteiligt. Die Pipeline Sakhalin 1 wird unter anderem von der britisch-holländischen Firma Shell und dem US-Unternehmen Exxon getragen. Der heutige US-Außenminister, Rex Tillerson, war bis zu seiner Ernennung Chef bei Exxon und hat  vor allem in Russland Öl-Deals geschmiedet.  Exxon wurde erst kürzlich mit einer Geldstrafe in Höhe von zwei Millionen US-Dollar belegt. Das US-Finanzministerium  wirft dem Unternehmen einen Verstoß gegen die Russland- Sanktionen im Jahr 2014 vor.

25.03.16 Pfeil für TextShell wiederum  hat Anteil an Sakhalin 2. Am Kaspischen Pipelinesystem hält, neben Shell, Mobil und  der italienischen ENI, auch die US-Firma Chevron Aktien. Entsprechend gibt es Proteste US-amerikanischer Unternehmen gegen die angekündigten Russlandsanktionen, bilanziert Sputnik in seinem Bericht vom vergangenen  Donnerstag, 27. Juli.

Im Gasbereich agieren die russischen Unternehmen ebenfalls international, heißt es im Sputnik-Bericht.   An der Pipeline Nord-Stream sind neben dem russischen Marktführer Gazprom die deutschen Unternehmen E.On, BASF und Engie sowie die holländische Gasunie beteiligt. Blue Stream wird von Gazprom zusammen mit der italienischen Firma ENI getragen. Die Pipeline  Yamal Polish Stream ist wiederum ein Joint Venture von Gazprom mit dem polnischen Unternehmen PGNIG.

25.03.16 Pfeil für TextObwohl Polen… sich dem geplanten Bau der Gaspipeline Nord-Stream 2  heftig widersetzt, würde es von den US-Sanktionen im Zusammenhang mit der Yamal Polish Stream von den US-Sanktionen auch betroffen sein können. Dies, obwohl „The Donald“ Trump bei seinem jüngsten Besuch in Polen eine enge Zusammenarbeit bei Flüssiggas vereinbart hatte.

Auch die Pipeline für raffinierte Brennstoffe Polotsk-Ventspils könnte von den US-Sanktionen betroffen sein. Diese Leitung transportiert Diesel nach Lettland und ist ein Joint Venture zwischen der russischen Firma Transneft und der lettischen Ventspils Nafta.

Aber auch  Zulieferfirmen aus  Drittländern, die an der Reparatur und Wartung der Anlagen beteiligt sind, könnten von den Sanktionen betroffen sein.  Und auch nicht nur  Gasleitungen mit russischer Beteiligung, sondern selbst Transit-Pipelines in europäischen Ländern, durch die nur russisches Gas fließt. Tatsächlich wird über alle Transitleitungen in ganz Ost- und Zentraleuropa auch russisches Gas transportiert. Der Umfang der beteiligten Firmen wäre also immens. Dies würde zum Beispiel Kompressoren von Rolls Royce oder Automatisierungstechnik von General Electric betreffen, berichtet die russische Nachrichten-Agentur.

und immer wieder "The Donald" mit seinen Überraschungseiern ...

und immer wieder „The Donald“ mit seinen Überraschungseiern …

Bis Donnerstag vergangener Woche stand noch nicht fest, ob US-Präsident Trump die Sanktionen die der Senat beschlossen hatte unterzeichnen würde. Nun aber steht seit Samstag, 29.Juli,offiziell  fest: „The Donald“ unterzeichnet . Wie der Osterhase ist der unberechenbare Präsident immer wieder für eine Überraschung gut. Donald Trumps Pressesprecherin Sarah Huckabee Sanders hatte es bereits zuvor durchblicken lassen. Dann aber überreichte der Präsident selbst das Überraschungsei.  Er will die neuen, erweiterten Russland- Sanktionen unterzeichnen. Er habe den entsprechenden Entwurf gebilligt, teilte das Weiße Haus mit.

 

 

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