Medikamentenverbrauch führt zur immensen Belastung der Gewässer

„In Deutschland steigt der Medikamentenkonsum rasant an: Bis 2045 könnte der Arzneimittel-Verbrauch aufgrund des demografischen Wandels um bis zu 70 Prozent ansteigen“, stellte Martin Weyand, BDEW-

Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer :  ...an der Klage gegen Deutschland festzuhalten  ...

Es droht eine immense Belastung unserer Gewässer; Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer

Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, gestern, Montag 11. September, zum Auftakt der 16. Wasserwirtschaftlichen Jahrestagung in Berlin fest.  Hinzu komme der wachsende Arzneimittel-Einsatz in der Landwirtschaft. „Damit droht eine immense Belastung unserer Gewässer mit Medikamentenrückständen, die wir dringend abwenden müssen“, forderte Weyand.

 

Nach der Bundestagswahl müsse die neue Bundesregierung schnell handeln und eine Arzneimittel-Strategie umsetzen, die das Übel an der Wurzel packe und die zunehmende Gewässerverschmutzung eindämme, appellierte Weyand an die Politik. Dabei bezog er sich auf Ergebnisse einer aktuellen Studie, die civity im Auftrag des BDEW durchgeführt hat.

Die Umweltpolitik müsse zudem die Verursacher stärker in den Blick nehmen.

25.03.16 Pfeil für Text„Wer zur Verschmutzung der Gewässer beiträgt, muss auch die Kosten für den erhöhten Reinigungsaufwand tragen“, konstatierte der BDEW-Mann.

Es könne nicht sein, dass die Wasserwerke und Abwasserentsorger zu Reparaturbetrieben unserer

Gefahren für die Gewässer.. . ;Karik U+E

Gefahren für die Gewässer.. . ;Karik U+E

Gesellschaft würden und dafür auch noch die Kosten tragen müssten. 
Die Arzneimittelstrategie sollte, so die Vorstellung des  BDEW, ein breites Bündel an Maßnahmen beinhalten, die auf allen Ebenen der Gesellschaft ansetzen. Exakt sieht das der Verband so:

  1. die Arzneimittelhersteller verpflichtet werden, die Entwicklung zielgenauer und biologisch abbaubarer Arzneimittel voranzutreiben und auf den Medikamentenverpackungen einen Hinweis für die adäquate Entsorgung zu platzieren.
  2. die verantwortlichen Stellen bei der Zulassung verstärkt auf die Umweltverträglichkeit der Medikamente achten.
  3. Ärzte nur noch Packungsgrößen verschreiben, die dem tatsächlichen Bedarf des Patienten entsprechen und Apotheken bundesweit verpflichtet werden, Altmedikamente zurückzunehmen.
  4. Verbraucher ihre Altmedikamente sachgerecht entsorgen: Wenn möglich in der Apotheke, ansonsten über den Haus- oder Sondermüll.
  5. die Veterinärmedizin den Einsatz von Medikamenten auf das nötige Mindestmaß begrenzt.

 

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