LNG: “Unkomplizierter Tankvorgang…”

Hohe Nutzerakzeptanz unter Lkw-Fahrern, CO2-Minderung von fast 23 Prozent gegenüber Diesel und volle Ausgereiftheit der Technologie: Das sind die zentralen Zwischenergebnisse eines Demo-Projekts zum Einsatz von Liquefied Natural Gas (LNG) als Kraftstoff im Schwerlastverkehr, die vor Tagen auf der gat 2017 der größten Branchenplattform für die Gas- und Wasserwirtschaft in Köln vorgestellt wurden.

Das Projekt, das im Februar 2017 gestartet wurde und von der DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut wissenschaftlich begleitet wird, hat die Fahrer von 20 LNG-Lkw der Spedition Ludwig Meyer GmbH & Co. KG nach Ihren Erfahrungen mit dem alternativen Kraftstoff befragt. Das Ergebnis der Nutzerbefragung war demnach durchweg positiv: Geringe Störanfälligkeit, sicherer und

Unkomplizierte Tankvorgang… Bild U+E

unkomplizierter Tankvorgang sowie ausgereifte Antriebstechnologie wurden erwähnt.

Die Auswertung erster Referenzfahrten von LNG-Lkw im Vergleich zu Diesel-Fahrzeugen sollen zudem deutliche CO2-Emissionsvorteile der LNG-Technologie ergeben haben, teilte der DVGW mit. Bei identischer Beladung und unabhängig voneinander, d.h. außerhalb des Windschattens bestrittenen Referenzfahrten, stießen die LNG-Lkw im Well-to-Wheel-Vergleich 22,6 Prozent weniger CO2 aus als die Diesel-Trucks. Well-to-Wheel berücksichtigt die CO2 Emissionen entlang der gesamtem Kette d.h. einschließlich LNG-Herstellung und -Verteilung. Damit sind diese besser als zunächst erwartet. Weitere Referenzfahrten sind geplant.

Die Tankanlage befindet sich in Grünheide am östlichen Berliner Ring auf dem Betriebsgelände von Meyer Logistik. Sie steht auch externen Spediteuren und Fuhrunternehmen zur Verfügung und dient der Kraftstoffversorgung mit LNG entlang den Hauptverkehrsrouten in Europa. Sie ist damit Teil des “Blue Corridor”-Projekts der Europäischen Union.

Neben dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches  e.V (DVGW) und Meyer Logistik sind der Energie-Konzern Uniper und Iveco Magirus weitere Partner des Demoprojekts, das auf ein Jahr ausgelegt ist und im Februar 2018 enden soll. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie gefördert. Die Uniper-Tochter Liqvis liefert anfänglich rund 600.000 kg LNG pro Jahr und sorgt für den Betrieb der Tankanlage. Der DVGW wies in seinen Erläuterungen zum Projekt darauf hin, dass Liquis über Uniper direkten Zugang zu geographisch nahe gelegenen LNG-Kapazitäten  habe und das LNG zu marktgerechten Konditionen bereitstellen könne. Iveco verfügt als erster Hersteller über ein 400 PS starkes LNG-Nutzfahrzeug, dem Stralis 440S40.

 

 

 

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