Bereits getestet im Sommer 2017: Fahrerloses Fahren mit Elektromobilen in der Charitè Berlin. Die Berliner Charité soll nun, ab diesem Frühjahr, künftig über eine Besonderheit verfügen, die auch Zukunft bedeuten könnte. Patienten, Mitarbeitende, Besucherinnen und Besucher kommen künftig mit autonom fahrenden Elektro-Bussen an ihr Ziel. Diese Zukunftsverheißung verkündet so ganz nüchtern das Bundesumweltministerium (BMUB).

E-Autos und ohne Fahrer … Test mit  Kleinbussen wie unten rechts gezeigt auf dem Gelände der Berliner Charite , Bild U+ E

In den weitläufigen Anlagen des Charité Campus Berlin-Mitte und am Virchow- Klinikum bedienen künftig Kleinbusse mit 12 Kilometer pro Stunde emissionsfrei und elektrisch betrieben ein dichtes Haltestellennetz. Das Vorhaben “STIMULATE” (“Stadtverträgliche Mobilität unter Nutzung elektrischer automatisierter Kleinbusse”) ist demnach ein Gemeinschaftsprojekt der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit der Charité und dem Land Berlin und wird vom Bundesumweltministerium mit 3,2 Millionen Euro gefördert.

“Wir wollen erforschen, ob man mit diesem Ansatz mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV bewegen und so die Umwelt entlasten kann“, testet  Bundesumweltministerin Svenja Schulze  auf diese Weise mit. Dabei geht es auch um die Frage, inwieweit Fahrgäste autonomes Fahren akzeptieren, um daraus für den weiteren Einsatz solcher Fahrzeuge zu lernen. Digital vernetzte, emissionsfreie Mobilität bietet eine große Chance, Umwelt- und Lebensqualität in Stadt und Land mit flexibler Mobilität zu verbinden.”

Bereits im Sommer vorigen Jahres startete das Pilotprojekt mit vielen Testfahrten. Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Aufsichtsratsvorsitzender der Charité kommentierte seinerzeit: „Für die Pilotphase des Projektes ‚Stimulate‘ zum Testen autonomer Kleinbusse haben sich zwei starke Partner gefunden: Die Charité stellt die Straßen- und

Charité, das Projekt "Stimulate", mit selbstfahrenden Bussen, Dritter von rechts der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller
Charité, das Projekt “Stimulate”, mit diesen selbstfahrenden Bussen, Dritter von rechts der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller

Ladeinfrastruktur bereit, die BVG ist für den autonomen Betrieb aller Fahrzeuge verantwortlich. Gleichzeitig wird der Einsatz, der im öffentlichen Raum stattfindet, im Rahmen einer Akzeptanzstudie wissenschaftlich begleitet. Das alles ist ein zukunftsweisender Beitrag zum Erreichen unserer umwelt- und klimaschutzpolitischen Ziele. Berlin soll bis 2050 zu einer klimaneutralen Stadt entwickelt werden.“

 Die BVG verspricht sich von dem Testlauf wichtige Erkenntnisse über Potenziale der noch jungen Technik, etwa als mögliche Ergänzung zum Hochleistungs-ÖPNV oder auf schwach ausgelasteten Strecken.

Easymile und Navya heißen die vier intelligenten Mini-Busse, die ab sofort ihre Runden auf drei festen Routen mit kurzen Haltestellenabständen drehen. In der nun startenden Praxisphase werden die Busse noch Begleitpersonal an Bord haben, später soll ein vollkommen fahrerloser Betrieb getestet werden. Auf den beiden Testgeländen der Charité-Kliniken ist die Umwelt- und Lärmentlastung von besonderer Bedeutung. Ein wichtiger Auftrag des Projekts ist auch, herauszufinden, ob autonome Fahrzeuge geeignet sind, die bestehende Lücke des ÖPNV auf der letzten Meile zu schließen, heißt es im Kommentar des BMUB dazu. Denn für viele potenzielle ÖPNV-Nutzer wäre ein Angebot “direkt von Tür zu Tür” ausschlaggebend für die Wahl des ÖPNV.

Das Bundesumweltministerium fördert nach eigenen Angaben das Vorhaben aus dem Förderprogramm “Erneuerbar mobil” und verweist darauf, dass das BMU mit “Erneuerbar mobil” bereits seit 2009 marktfähige Lösungen für eine klimafreundliche Elektromobilität fördert. Aus dem Programm hat das BMU nach eigenen Angaben bisher weit mehr als 100 Partner mit mehr als 250 Millionen Euro unterstützt.

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