Die Rolle von Biogas für die Energiewende wird sich fundamental ändern, ist sich die Agentur für Erneuerbare Energie (AEE) nach Präsentation ihrer neuen Metaanalyse Ende März sicher.

Titelbild unseres Magazins: Auto global Vision im Juni 1999. Da wurde noch das gasangetriebene Auto favorisiert ...
Titelbild unseres Magazins: Auto global Vision im Juni 1999. Schon da wurde   das gasangetriebene Auto favorisiert …

Von den derzeit 9.200 Biogasanlagen in Deutschland mit einer installierten Leistung von mehr als 5.000 Megawatt (MW) erzeugt der größte Teil quasi rund um die Uhr gleichmäßig Strom und Wärme. In Zukunft wird Biogas, laut AEE,  weniger Einsatzzeit im Strommarkt bekommen. Es wird erwartet, dass immer mehr Biogasanlagen ihre Stromerzeugung auf die Zeiten konzentrieren, in denen Windenergie- und Photovoltaikanlagen gerade wenig Strom produzieren. Mengenmäßig werden bei der Stromerzeugung aus Biogas in den untersuchten Studien daher keine großen Zuwächse erwartet. Potenzial für eine signifikante Nachfragesteigerung seien eher im Verkehr und in der Industrie zu erwarten, z.B. im Güterfernverkehr und in der Hochtemperatur-Prozesswärme.

Dafür muss das Biogas zu Erdgasqualität (Biomethan) aufbereitet und ins Gasnetz eingespeist werden. Im Jahr 2016 speisten knapp 200 Aufbereitungsanlagen 9,4 Mrd. kWh Biomethan in das Gasnetz ein.

Für die zukünftige Rolle synthetischer Gase in den einzelnen Sektoren lassen sich aber noch keine eindeutigen Trends erkennen. Relativ klar ist nur, dass sie in einem klimaneutralen Energiesystem als Ausgleich der wetterabhängigen Stromerzeugung aus Sonne und Wind gebraucht werden, so die Agentur.  In Summe wird das größte Potenzial für die synthetischen Gase ebenfalls im Verkehr und in der Industrie gesehen.

Eine zentrale Frage bleibt aber: Wo sollen und können  die Power-to-Gas-Anlagen aufgebaut werden? Die eine Hälfte der analysierten Studien geht davon aus, dass Deutschland seinen Bedarf an synthetischen Gasen zu 100 Prozent aus heimischer Produktion decken kann. Der dafür benötigte Stromverbrauch steigt dann aber auf bis zu 1.000 Mrd. kWh jährlich an.

Die andere Hälfte geht von Importanteilen zwischen ca. 50 und 100 Prozent aus, da die Gaserzeugung an anderen Standorten mit besseren Windbedingungen und höherer Sonneneinstrahlung deutlich günstiger sei als in Deutschland. Der Importpreis synthetischer Gase werde laut einzelner Szenarien bis 2050 auf bis zu 6,8 Cent pro kWh sinken und wäre dadurch konkurrenzfähig mit konventionellem Erdgas.

 

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