„Wenngleich ein explizites Bekenntnis zu Gas und Gasinfrastrukturen fehlt, so ist der … unterzeichnete Koalitionsvertrag doch frei von ideologischen Verengungen auf eine ‚all-electric-world‘,erklärte der Vorstandsvorsitzende des  Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches (DVGW), Gerald Linke., am Montag 12. März, anlässlich der Unterzeichnung des neuen Groko-Vertrages.

Einen großen Bogen macht der Vertrag um die CO2 Bepreisung...; Prof. Dr.Gerd Linke
Einen großen Bogen macht der Vertrag um die CO2 Bepreisung…; Prof. Dr.Gerd Linke

Als positiv bewertet Linke zudem, dass ausdrücklich die Technologieoffenheit betont wird und das Energiewendepotenzial von Gasinfrastrukturen insbesondere bei der Sektorenkopplung und bei Power-to-Gas hervorgehoben wird. Auch das ausdrückliche Bekenntnis zur Kraft-Wärme-Kopplung und zum Ausbau von LNG-Infrastrukturen sowie zur Stärkung der Wasserstofftechnologie sind, laut Linke, starke Signale pro Gas. Der DVGW-Vorsitzende beklagt allerdings, die Ausführungen seien stark auf allgemeine Willensbekundungen reduziert. „Hier fehlt es an starken Haltepunkten, wie diese konkret umgesetzt werden sollen“, moniert Linke in seiner Erklärung zum neuen Groko-Vertrag.

Einen großen Bogen mache der Vertrag auch um das Thema CO2-Bepreisung in den Sektoren Mobilität und Wärme. „Wir werden aber nicht umhinkommen, auch den Treibhausgas- Ausstoß in diesen Bereichen zu verteuern. Sonst wird es insbesondere im Verkehrssektor kaum gelingen, CO2-Emissionen in signifikantem Umfang zu reduzieren“, urteilt Linke.

Zu begrüßen sei hingegen das klare Bekenntnis, Gasbrennwertkessel als moderne und effiziente Heizungsanlagen über 2020 hinaus weiter zu fördern. Auch zur Innovationspolitik und Energieforschung finden sich, laut dem DVGW- Vorsitzenden,  im Koalitionsvertrag zahlreiche gute Ansätze, die auch sein Verein mit seinen Partnern zusammen gefordert habe. Das beinhalte die Unterstützung der Markteinführung von Power-to-Gas, etwa durch ‚Reallabore‘.

„Unsere Hoffnung ist, dass sich die zunehmend ideologiefreiere öffentliche Debatte zum Thema Energie auf das politische Handeln der Koalition überträgt“, so Linke. und prognostiziert  weiter er sei  zuversichtlich, dass dann auch das hohe Klimaschutzpotenzial von Gas und Gasinfrastrukturen in der Stromerzeugung, im Wärmemarkt und in der Mobilität in konkrete Politik übertragen werden könne.

 

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