Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat am Freitag vergangener Woche, 24. August,  ihre Metaanalyse „Die Digitalisierung der Energiewende“ veröffentlicht.  Ein Ergebnis hält Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur gleich vorweg fest: „Die Energiewirtschaft hinkt in Sachen Digitalisierung anderen Wirtschaftsbereichen weit hinterher!“

Die Energiewirtschaft hinkt weit hinterher ......; Philipp Vohrer
Die Energiewirtschaft hinkt weit hinterher ……; Philipp Vohrer

In der Metaanalyse vergleicht die AEE die Aussagen von 37 Studien, Fachbeiträgen und Positionspapieren zur Rolle der Digitalisierung in der Energiewirtschaft.

Digitale Technik wird, wie immer wieder auch an deren Stellen betont, an allen Stufen der Wertschöpfungskette der Energiewirtschaft Einzug halten – von der Energieerzeugung über die Netze und den Handel bis zu den Verbrauchern. Damit sind große Herausforderungen verbunden.

Digitalisierung kann helfen, die schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne auszugleichen. „Nur mit digitaler Technik können die vorhandenen Lösungen effizient und intelligent zusammenspielen: Speicher, Biogasanlagen, flexible Verbraucher und schließlich intelligente Netze – das sogenannte Smart Grid“, so die AEE in ihrem begleitenden Statement zur Analyse.  Die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien könne so gebündelt werden, dass sie als „virtuelles Kraftwerk“ genauso verlässlich Strom liefert wie ein konventionelles Kraftwerk.

Virtuelle Kraftwerke und Smart Grids sind natürlich dabei auf eine hohe Quantität und Qualität von Daten angewiesen. „Die komplexen Algorithmen funktionieren nur, wenn sie genügend Datenfutter bekommen. Eine zentrale Herausforderung wird deshalb sein, den Zielkonflikt zwischen Datenschutz und dem Datenhunger eines intelligenten Energiesystems zu moderieren“, so Vohrer. Aber auch die Datensicherheit, von der AEE in dem Zusammenhang nicht erwähnt,  wird dabei eine zentrale Rolle spielen müssen.

Aus Sicht der AEE kann das Verbrauchsverhalten in privaten Haushalten kann durch digitale Technik auf das aktuelle Angebot aus Erneuerbaren Energien abgestimmt werden. Die Anreize dafür müssten variable Stromtarife liefern. Elektroautos, Wärmepumpen oder Kühlschränke könnten dann vermehrt Strom aus dem Netz ziehen, wenn die Preise am günstigsten sind. Dafür sind dann wiederum intelligente Zähler oder vernetzte Geräte notwendig, deren Anschaffungskosten häufig noch deren Nutzen übersteigt.

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