Wird der LKW-Lieferverkehr auf unseren Straßen klimafreundlicher, das heißt auch fast ohne Lärmbelästigung? Die Bundesregierung leitet dazu jetzt einen umfangreichen Praxistest schwerer Elektro-LKW ein. EDEKA, TBS Rhein-Neckar  …insgesamt zehn verschiedene Handels- und Logistikunternehmen werden die LKW, die ausschließlich mit Strom fahren, nun im täglichen Warenverkehr ausprobieren.

"Wer .Nachhaltigkeit im Unternehmen großschreibt..", Rita Schwarzelühr-Sutter, Bild Jörg Carstensen
“Wer .Nachhaltigkeit im Unternehmen großschreibt..”, Rita Schwarzelühr-Sutter, Bild Jörg Carstensen

Natürlich macht das nur Sinn, wenn die Laster auch mit Strom aus Erneuerbaren und nicht mit aus fossilem Brennstoff erzeugten Strom fahren. Der Einzelhandels-Verbund Edeka startet seit Dienstag, 23. Oktober, mit dem Test  und nutzt ein Jahr lang einen vollelektrischen LKW über 25 Tonnen, der zwischen 150 und 300 Kilometer pro Tag zurücklegen soll. Der Einsatz der Elektro-LKW wird wissenschaftlich begleitet.

“Wer Nachhaltigkeit im Unternehmen großschreibt, muss schon in der Lieferkette und Logistik beginnen“, bilanziert die  Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium Rita Schwarzelühr-Sutter. Auch im Bundesumweltministerium (BMUB) ist man zu der Erkenntnis gekommen: “Der Einsatz schwerer E-LKW kann zu mehr Lebensqualität, sauberer Luft und Klimaschutz in den Städten beitragen.“ Und dann fehlt bei dem Vorzeigen des Projektes nicht der Hinweis: „…gleichzeitig nutzen wir Klimaschutz als Innovationstreiber.“ Denn, so Schwarzelühr-Sutter. : „Mit diesem Praxistest machen wir einen wichtigen Schritt hin zu dem Ziel, alle relevanten Fahrzeugklassen mit Verbrennungsmotor alternativ auch mit Strom betreiben zu können. Selbst wenn wir so viele Güter wie möglich auf die Schiene verlagern – einen Verkehr ohne LKW wird es nicht geben, insbesondere im lokalen und regionalen Verteilverkehr. Auch darum ist die Elektrifizierung der LKW für unsere Klimaziele so wichtig.”

An diesem Flottentest nehmen, laut BMUB,  zehn Kunden aus unterschiedlichen Branchen in Deutschland und der Schweiz teil. Die Unternehmen sind:

  • Edeka, Dachser, Hermes, Kraftverkehr Nagel, Ludwig Meyer, pfenning logistics,
  • TBS Rhein-Neckar und Rigterink in Deutschland
  • Camion Transport und Migros in der Schweiz.

Diese Firmen verteilen Waren im Stadtverkehr in völlig unterschiedlichen Branchen und Kategorien. Die Palette reicht von Lebensmitteln bis zu Bau- und Werkstoffen. Die Fahrzeuge werden dabei für Aufgaben eingesetzt, die sonst mit konventionellen Dieselantrieben erledigt werden.

Der Post-Konzern mit großem Begleitprogramm zur Weltklimakonferenz in Bonn, E-Transporter vor dem Posttower in unmittelbarer Nachbarschaft zur UN-Klimakonferenz, Bild U +E
Sondermodell: E-Transporter der Post vor dem Posttower bereits  zur UN-Klimakonferenz vorgestellt , Bild U +E

Die Elektro-LKW-Flotte ist mindestens bis Mitte 2020 im Einsatz. Mit ihr sollen unter anderem der Energiebedarf und die Wirtschaftlichkeit der Elektro-LKW bei den verschiedenen Einsatzszenarien ermittelt sowie in einer Öko-Bilanzierung die Umweltperformance der E-LKW mit Diesel-Trucks über den gesamten Lebenszyklus verglichen werden. Die Forschungserkenntnisse fließen noch während der Tests in die Optimierungen der Fahrzeuge ein.

Bremsklötze für eine schnelle Einführung der Elektro-Liefermobilität  bilden bisher noch die geringe Stückzahl  und  Auswahl der Elektro-LKW- Modelle. Die Hersteller bauen zur Zeit mehr Sondermodelle als Serienfahrzeuge. Und damit wird, wegen der geringen Stückzahl auch der Anschaffungspreis für die Unternehmen, die damit liefern wollen, fast inakzeptabel. Und dann erschreckt die Reichweite der Fahrzeuge. Eine Batterieladung des Fahrzeugs, das EDEKA testet reicht gerade mal für 200 Kilometer. Und dann muss stundenlang wieder aufgeladen werden.

 

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