Am vergangenen Mittwoch, 3. Oktober, nahm Russlands Präsident Wladimir Putin an einer Plenarsitzung des Forums „Russische Energiewoche“ in Moskau teil. Ein Thema, das im Mittelpunkt der Energiewoche stand waren die russischen Gaslieferung nach Europa. Das Forum  an dem Experten und Vertreter der weltweit führenden Unternehmen im Energiebereich teilnehmen  dauert  bis zum 6. Oktober an.

Das Gas-Liefervolumen nach Europa wächste …; Wladimir Putin beim Forum “Russische Energiewoche”, bild Alexej Druschinin

Putin hat am Mittwoch in seiner Rede das steigende Volumen der russischen Gaslieferungen nach Europa aufgezeigt. „Das Volumen der Lieferungen unseres Gases an Europa wächst. Im vergangenen Jahr machte es bereits 194 Milliarden Kubikmeter aus, in diesem Jahr werden es bereits 200 Milliarden Kubikmeter sein, vielleicht sogar noch mehr. Wir nutzen praktisch alle unsere infrastrukturellen Möglichkeiten; Blue Stream in die Türkei und Nord Stream 1 sind voll ausgelastet, Jamal–Europa ebenfalls. Wir nähern uns fast 100 Prozent, und die Nachfrage wächst. Das Leben wird es einfach erzwingen, solche Projekte umzusetzen“, so Putin auf der Plenarsitzung des Forums.

Am gleichen Tag traf sich Österreichs Kanzler Sebastian Kurz in Sankt Petersburg mit Putin. Laut der der österreichischen Zeitung Kurier erklärte Kurz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz:” Es gehe darum, die Energiesicherheit durch eine Vielfalt an Quellen und Routen zu gewährleisten. Der Bundeskanzler betonte auch, dass die Europäische Union hier ihre Interessen im Blick habe und gleichzeitig “verantwortungsvoll” agiere. “Die Interessen der Ukraine als wichtiges Transitland müssen gewahrt bleiben”, forderte Kurz auch.

Putin hatte zuvor bei seiner Rede vor dem Forum “Russische Energiewoche” betont: „Russland ist offen für die Zusammenarbeit im Energiebereich im Interesse der globalen Energiesicherheit, im Interesse der zukünftigen Generationen.“

Und dann kam er auf die Lage am Ölmarkt zu sprechen bei dem die hohen Preise vor allem US-Präsident Donald Trump und der US-Wirtschaft zu schaffen machen, wie „The Donald“ nicht müde wird zu twittern. : Putin gab zu erkennen: „Russland wird weiterhin den Dialog der Erdölförderländer fördern, um die Stabilität der Erdölkonjunktur zu gewährleisten, Bedingungen für die nachhaltige Entwicklung der Industrie zu schaffen und um

Die Interessen der Ukraine müssen berücksichtigt werden...; Österreichs Kanzler Kurz bei Putin in St Petersburg
Die Interessen der Ukraine müssen berücksichtigt werden…; Österreichs Kanzler Kurz bei Putin in St Petersburg; bild-Alexej-Danitschew.

langfristige Investitionspläne umzusetzen“, der Gegenspieler Trumps und lässt damit weiter alles offen: Auch ob es bei hohen Ölpreisen bleibt.

Russlands Energieminister,  Alexander Nowak, hat in einer Rede am Mittwoch auf die akuten Gefahren für die internationale Energiesicherheit hingewiesen und dabei Handelskriege und den wachsenden Protektionismus als Ursachen genannt. „All dies führt natürlich zu Ungewissheitsrisiken, nicht nur für den Gasmarkt, sondern allgemein für die Energiesicherheit und die Energieversorgung der Verbraucher in der ganzen Welt“, mahnte der Minister. Er betonte zudem, dass Russland nicht nach einer Monopolistenstellung auf dem europäischen Energiemarkt strebe und die freie Wahl seitens des Verbrauchers unterstütze.

„Wir sind keine Monopolisten auf dem europäischen Markt und wollen es nicht sein. Lasst es auch Lieferungen von Flüssiggas geben. Der Verbraucher soll das Recht haben, nicht nur das Land und den Zusteller des Gases zu wählen, sondern auch die Routen der Gaslieferung. Sie sollen konkurrenzfähig sein“, so Nowak.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des russischen Gasgiganten  Gazprom, Alexander Medwedew, begründete am Mittwoch  noch ausführlicher als zuvor Putin warum die Pipeline-Projekte Nord Stream 2 und Turkish Stream von großer Bedeutung für die Europäische Union sind. Medwedew zufolge begründete  die Wichtigkeit dieser Bauprojekte mit dem steigenden Bedarf an russischem Gas in Europa. „Wir werden dieses Jahr einen weiteren Rekord übertreffen. Dieser Rekord wird uns dem Volumen des kontrahierten Gases, den jährlichen Kontraktmengen näherbringen, die ungefähr 204,5 Milliarden Kubikmeter Gas betragen“, zählte  Medwedew auf.

 

 

 

 

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