Die von der Deutschen Energie-Agentur (dena) koordinierte Biogaspartnerschaft plädiert für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Biomethan im Wärmemarkt, gaben die dena und die Biopartnerschaft am Mittwoch, 07. November, bekannt.

Erdgas kann "grüner" gestaltet werden ......; bild Umwelt-u. Energ.
Erdgas kann “grüner” gestaltet werden ……; bild Umwelt-u. Energ. Rep.

Im geplanten Gebäudeenergiegesetz der Bundesregierung sollten nach ihrer Vorstellung  der Primärenergiefaktor für Biomethan gesenkt und die effiziente Nutzung von erneuerbaren Gasen in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen gefördert werden. Darüber hinaus sei es sinnvoll äußerten sie, Emissionsgrenzwerte für Fernwärme einzuführen. Das geht aus einer Analyse hervor, die die dena bereits am Dienstag, 06. November,  auf der 11. Biogaspartner-Jahreskonferenz in Berlin vorgestellt hat.

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch stagniert seit 2014 bei rund 13 Prozent. Im Jahr 2017 entsprach dies einer Menge von 162,2 Terawattstunden (TWh). Biomethan spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Es kommt vor allem in Blockheizkraftwerken zum Einsatz. Sein Anteil am gesamten Wärmeverbrauch aus erneuerbaren Energien lag im Jahr 2017 mit 3,8 TWh bei rund 2 Prozent. Nach Einschätzung der dena könnte Biomethan deutlich mehr dazu beitragen, den Anteil der erneuerbaren Energien im Wärmesektor zu erhöhen und die Treibausgasemissionen zu verringern. In bestehenden Gasheizsystemen ist es der dena zufolge sofort als erneuerbare Alternative einsetzbar.

Erst wenn Erzeugung und Verbrauch räumlich zusammenfallen, kann Biomethan mit einem Wert, Primärenergiefaktor .von 0,5 bewertet werden. Das ist aber praktisch nie der Fall. Deshalb kann Biomethan seine Umweltvorteile gegenüber fossilen Brennstoffen bisher nicht ausspielen.

Wissenschaftlich fundiert wäre nach Berechnungen des Bundesbauministeriums aus dem Jahr 2012 ein Primärenergiefaktor von 0,36. Eine entsprechende Absenkung würde nach Einschätzung der dena-Biogaspartnerschaft den Umweltvorteilen von Biomethan gerecht werden und den Anreiz steigern, Biomethan in Nah- und Fernwärmenetzen einzusetzen. Die Herkunft von Biomethan sollte von der Verbrauchsstelle bis zur Erzeugung durch Massenbilanzsysteme wie das Biogasregister Deutschland zurückverfolgt werden.

Biomethan ist Biogas, das zu Erdgasqualität aufbereitet wird. Es ist nahezu CO2-neutral. Produziert wird Biomethan aus organischen Materialien wie Rest- und Abfallstoffen, tierischen Exkrementen und Energiepflanzen. Wie Erdgas lässt es sich gut speichern und vielseitig nutzen: zur Erzeugung von Wärme und Strom, als Kraftstoff im Verkehr oder für die Herstellung von chemischen Produkten.

Insgesamt haben im Jahr 2017 in Deutschland 210 Biomethananlagen 9.8 TWh biogenes Gas ins Erdgasnetz eingespeist. Der Zubau von Biomethananlagen ist aufgrund der ungünstigen Rahmenbedingungen zum Erliegen gekommen. Nach Einschätzung der dena liegt das Potenzial zur Erzeugung von Biomethan in Deutschland für alle Verbrauchssektoren bei rund 100 TWh pro Jahr.

Hintergrund:

Die dena hat in Zusammenarbeit mit Partnern aus Land- und Energiewirtschaft das Projekt „Biogaspartnerschaft“ entwickelt. Im Rahmen des Projekts werden Marktakteure der gesamten Wertschöpfungskette Biogaseinspeisung zusammengebracht und in ihren Aktivitäten zur Marktgestaltung unterstützt.

 

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