Der iranische Präsident Hassan Rouhani hat inzwischen gegenüber den USA den Ton verschärft. Erneut droht er mit einer Blockade der Straße von Hormus, der wichtigsten Ölexportroute im Persischen Golf. Ein iranischer Rohstoff-Experte warnt vor den Auswirkungen eines solchen Schrittes. Folgen seien eine weltweite Energieknappheit und eine „immense Kriegsgefahr“.

Dann wird überhaupt kein Öl mehr durch die Straße von Hormus transportiert ......? Rouhani und Putin bild Alexej Druschinin
Dann wird überhaupt kein Öl mehr durch die Straße von Hormus transportiert ……Rouhani und Putin bild Alexej Druschinin

„Falls die USA eines Tages wirklich den iranischen Ölexport blockieren sollten, dann wird überhaupt kein Öl mehr am Persischen Golf exportiert“, warnte der iranische Präsident Hassan Rouhani am Dienstag, 04. Dezember  bei einem Treffen in Shahrud.

Bereits im Sommer hatte Rouhani gedroht, dass der Iran im Fall amerikanischer Ölsanktionen die Straße von Hormus schließen und damit auch den Ölexport der arabischen Ölstaaten durch diesen Übergang vom Persischen Golf zum Golf von Oman blockieren könnte, berichtete die von Moskau gesteuerte Nachrichten-Agentur Sputnik-news.  Er bezeichnete da die US-Sanktionen als „Wirtschaftskrieg“ gegen den Iran und unterstellte US-Präsident Donald Trump eine Politik der „Vernichtung des Irans“.

Die Warnung des iranischen Staatschefs müsse ernstgenommen werden, sagt im Sputnik-Interview der Iran-stämmige Ökonom Politologe Dr. Behrooz Abdolvand von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Denn der Nahe-Osten könne keine neue Konfliktebene ertragen: „Wenn ein Konflikt mit dem Iran aus den Fugen gerät, wird es den gesamten Nahen Osten betreffen.“

Im Fall einer Blockade der Straße von Hormus wäre die Welt auch mit einer deutlichen Energieknappheit konfrontiert. Es würde zu starken Preisschwankungen auf dem Energiemarkt kommen. „Die gesamte Weltwirtschaft hängt von den Produkten aus dem Nahen Osten ab. Nehmen wir allein die 77 Millionen Tonnen Flüssiggas, die Katar jährlich exportiert. Diese sind wiederum für Wirtschaften wie China, Japan oder Korea extrem relevant“, erklärt Abdolvand.

US-Wirtschaftssanktionen gegen den Iran haben die Islamische Republik bisher schon in eine Wirtschaftskrise gestürzt. Die Landeswährung Rial hat mittlerweile mehr als 60 Prozent an Wert verloren. Als wichtigste Einnahmequelle des Landes gilt der Ölexport. Weitere Sanktionen in diesem Bereich könnten die anfällige Wirtschaft des Landes stark treffen.

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