Polen und Dänemark haben sich darauf verständigt, eine 900 Kilometer lange Gaspipeline unter dem Namen „Baltic Pipe“ über den Boden der Ostsee zu verlegen. Durch sie soll Gas aus Norwegen über dänisches Staatsgebiet nach Polen strömen. Das berichtete die Agentur AFP am vergangenen Samstag, 01. Dezember,  unter Verweis auf die Regierung in Warschau. Die Nachricht wurde dann auch sogleich von der von Moskau gesteuerten Nachrichten-Agentur Sputnik-news zitiert. Könnte auf diesem Wege doch Polen aus dem Kreis der Kritiker, die heftig gegen die im Bau befindliche russische Gaspipeline Nord-Stream 2 polemisieren ausscheiden?!

Wie es heißt, sei die Inbetriebnahme der „Baltic Pipe“ für 2022 geplant, wenn der Vertrag zwischen Warschau und dem russischen Gaskonzern Gazprom ausläuft.

Polens Regierungschef Mateusz Morawiecki nannte die Einigung mit Dänemark einen „Riesenschritt hin zu Sicherheit und Unabhängigkeit des polnischen Energiesektors“

...Riesenschritt hin zur Sicherheit ...; , Mateuz Morawiecki
…Riesenschritt hin zur Sicherheit …; , Mateuz Morawiecki

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Wie der polnische Gasbetreiber Gaz-System SA und die dänische Firma Energinet SOV, die das Abkommen unterzeichnet hatten, ankündigten, soll die Gaspipeline bis zum 1. Oktober 2022 in Dienst gestellt werden. Laut der Meldung soll die Kapazität der Gasleitung „Baltic Pipe“ zehn Milliarden Kubikmeter Gas jährlich ausmachen.

Das Projekt bekam demnach von der EU über deren Förderprogramm Connecting Europe Facility (CEF) bereits eine Finanzhilfe in Höhe von 51,4 Millionen Euro. Indes wurden die Gesamtkosten für den Bau der Pipeline nicht genannt.

Moskau bleibt aber weiterhin  der direkte Hauptlieferant für Warschau. Die Importe aus Russland machen sogar rund 40 Prozent des polnischen Gas-Bedarfs aus. In den letzten sechs Monaten hat Polen, das immer wieder gegen Nord-Stream 2 wetterte und erklärte Europa würde zu einseitig abhängig von russischem Gas,  die Importe aus Russland sogar um 0,4 Milliarden Kubikmeter erhöht. Der 1996 unterzeichnete Vertrag zwischen dem polnischen Erdöl-und Gasunternehmen PGNiG und Gazprom umfasst die Lieferung von bis zu zehn Milliarden Kubikmetern Gas pro Jahr, mit einem vertraglich festgelegten minimalen Volumen von 8,7 Milliarden Kubikmetern. Der Vertrag läuft bis 2022.

 

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