Als eine kleine Kampfansage an die USA wertete der Russlandexperte  und Programmdirektor  des  Deutsch-russischen Forums, Alexander Rahr, die kritischen Worte von Kanzlerin Angela Merkel in Davos, dass die USA durch ihre extraterritorialen Sanktionen das wirtschaftliche Handeln ausländischer Unternehmen direkt beeinflussen.

Die ungewohnt deutlichen Äußerungen ..., Kanzlerin Merkel, bild Stefan Kugler
Die ungewohnt deutlichen Äußerungen …, Kanzlerin Merkel, bild Stefan Kugler

Im Interview mit der russischen Nachrichten-Agentur Sputnik-news am vergangenen Montag, 24. Januar, sagte er: „Die ungewohnt  deutlichen Äußerungen gegen die US-Politik kommen zur rechten Zeit. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede  bekräftigt, die bisherige multilaterale Sicherheitsarchitektur zu verteidigen und am Gasimport aus Russland festhalten zu wollen. Zugleich appellierte sie an die EU-Staaten, der erpresserischen Sanktionspolitik der USA nur vereint entgegenzutreten.

Angela Merkel sei anders als ihre Kollegen innerhalb der Europäischen Union in dieser Frage pragmatisch, meinte Rahr im Sputnik-Interview: „Sie muss keine Rechenschaft ablegen, aber sie muss auch ihre eigenen Wirtschaftskapitäne suchen, die vernünftig konstruktive Argumente für eine Zusammenarbeit mit Russland, aber auch allgemein im Erdgassektor haben.“

Sie sehe, so Rahr weiter, dass Europa schon bald nicht mehr in der Lage sein werde, eigenes Erdgas zu fördern:

„Deutschland ist aus der Atomenergie ausgestiegen, sperrt die Kohle für die Industrie und die

Diese Message wollte Merkel loswerden ..., Prof. Dr. Alexander Rahr
Diese Message wollte Merkel loswerden …, Prof. Dr. Alexander Rahr , bild tilo gräser

Volkswirtschaften, also bleibt nur Erdgas übrig. Diese Message wollte Merkel vor einem Wirtschaftsforum loswerden. Das hat sie auch gemacht.“

Um den Amerikanern aber entgegenzukommen und mit ihnen keinen großen Streit zu provozieren, sage sie diplomatisch, so Rahr, „dass sie natürlich mit dem Gedanken spielt, dass Deutschland auch Erdgas aus Amerika in Flüssigkeitsform beziehen wird und nicht nur aus Russland. Damit solidarisiert sie sich mit den Europäern, die für eine Diversifizierung des Imports eintreten. Zwar versucht sie, die Wogen zu glätten, aber gleichzeitig macht sie keine Kompromisse in den Fragen, wo es um russisches Erdgas geht oder um Verzicht darauf oder auf,Nord Stream 2‘, wie es die Amerikaner fordern.“

 

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