Gegen heftige innenpolitische Kritik baute er auch Kontakte zum iranischen Mullah-Regime auf. Gemeint ist Klaus Kinkel.  Ohne die von ihm  geöffneten Türen wäre das spätere Atom-Abkommen mit Teheran kaum denkbar gewesen, heißt es immer wieder in den Nachrufen auf den plötzlichen Tod des ehemaligen Außenministers, der am vergangenen Dienstag, 05. März, verstorben ist.

Klaus Kinkel, Außenminister a.D., bei einer Rede anlässlich des Staatsaktes zum Tod von Hans-Dietrich Genscher, Außenminister a.D., im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages, World Conference Center. Bild Guido Bergmann
Klaus Kinkel, Außenminister a.D., hier bei einer Rede anlässlich des Staatsaktes zum Tod von Hans-Dietrich Genscher, Außenminister a.D., im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages, World Conference Center. Kinkel war der eigentliche Ziehsohn Genschers …; Bild Guido Bergmann

Der frühere Außenminister Klaus Kinkel lebte in unmittelbarer Nachbarschaft zu unserem Verlag. Sportlich war er. Oft genug ist er uns laufend begegnet. Herribert Prantel schrieb in der Süddeutschen Zeitung: „Er sah so unglaublich gesund aus, noch mit achtzig. So sportlich, so zupackend, so energisch. Ihn “rüstig” zu nennen, wäre eine Beleidigung gewesen. Er war nicht rüstig, er war ein Ausbund an Aktivität, er strahlte noch lange nach seinem Ausscheiden aus der Politik eine Energie aus, wie sie viele Politiker zu ihren aktiven Zeiten nicht haben. Er war Sportler, er war Tennisspieler; er rannte mit seinem Hund um die Wette.“

Der Landrat des Rhein-Sieg-Kreises, Kinkel lebte hier bis zum Schluss in Sankt Augustin, erklärte:  „Mit Dr. Klaus Kinkel verlieren wir einen großen Politiker, dem unser Land viel zu verdanken hat. In einer Phase der Umbrüche hat er die deutsche Außenpolitik geprägt“, so Landrat Sebastian Schuster zum Tod des früheren Bundesjustiz- und Bundesaußenministers sowie Vizekanzlers und Chefs des Bundesnachrichtendienstes.

Dr. Klaus Kinkel, der an  der Bonner Universität Jura studiert hatte, war in Sankt Augustin zu Hause. Ebenso wie sein Mentor Hans-Dietrich Genscher hatte sich der geborene Schwabe für den Rhein-Sieg-Kreis als Wahlheimat entschieden und war dem Rheinland auch nach seiner Amtszeit treu geblieben.

Er hat über drei Jahrzehnte deutsche und europäische Geschichte aktiv mitgestaltet“,  so Landrat Sebastian Schuster weiter. „Wir werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren.“

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