Der deutsch-niederländisch-britische Urananreicherer Urenco hat angekündigt, in der firmeneigenen Urananreicherungsanlage in New Mexico/USA Kapazitäten für eine Vervierfachung des bisherigen Urananreicherungsgrads für Brennelemente aufzubauen. Das berichteten die großen Anti-Atom-Initiativen (s. unten *) am vergangenen Dienstag, 05. März. Zukünftig soll  demnach Uran 235 statt bislang maximal auf 5% auf bis zu 19,75% angereichert werden.

bei der Urananreicherung eine sicherheitspolitische Barriere durchbrochen ...; Protestmarsch gegen URENCO
bei der Urananreicherung eine sicherheitspolitische Barriere durchbrochen …; Protestmarsch gegen URENCO

Für die Entwicklung der entsprechenden Zentrifugen würde die zentrale Urenco-Techniktochter ETC neben dem Forschungszentrum in Jülich eingesetzt werden. Als mögliche Kunden führt Urenco “fortgeschrittene Reaktortypen” sowie Forschungsreaktoren an, aber auch die von Urenco geplanten eigenen U-Batterie-Atomreaktoren. Konkretes Interesse an dem deutlich höher angereicherten Uran hat in den USA vor wenigen Wochen ausgerechnet das US-Verteidigungsministerium geäußert, das kleine mobile Reaktoren für “rapid response scenarios” bauen möchte.

Mit der Ankündigung von Urenco setzen sich die deutschen Miteigentümer RWE und EON sowie die Aufsicht führende Bundesregierung aus Sicht der Initiativen klar für einen gefährlichen Ausbau des Atomsektors ein. Das neue Produkt “HALEU” (high assay low-enriched uranium) kommt extrem nahe an die 20%-Grenze bei der Urananreicherung. Darüber gilt Uran als hochangereichert und waffenfähig.

Einstieg in eine völlig neue zivil-militärische Dimension...;URENCO-Anlage
Einstieg in eine völlig neue zivil-militärische Dimension…;URENCO-Anlage

“Der Urananreicherer Urenco, seine deutschen Miteigentümer RWE und E.ON sowie die Bundesregierung durchbrechen bei der Urananreicherung eine sicherheitspolitische Barriere – just zu einer Zeit, wo in den USA und in Europa eine neue atomare Aufrüstung droht“, stellt Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen fest.

„Öffentlich verkünden die Bundesregierung, aber auch RWE und EON, aus der Atomenergie aussteigen zu wollen, doch nun offenbart sich der Einstieg in eine völlig neue zivil-militärische Dimension der Urananreicherung“, analysiert Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen. Und   er ergänzt in den USA gebe es bereits jetzt einen Wettlauf auf dem HALEU-Sektor zwischen Urenco und dem US-Konkurrenten Centrus Energy um neue Kunden.

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht: URENCO: Verstoß gegen Atomwaffensperrvertrag…?

und geben Sie auch unter search auf der Startseite URENCO ein . Wir haben immer wieder darüber berichtet …

* Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs/Ärzte in sozialer Verantwortung) Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau Aktionsbündnis Stop Westcastor, Jülich Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf Bürgerinitiative “Kein Atommüll in Ahaus”; SOFA (Sofortiger Atomaustieg); MünsterBürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

 

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