Nordrhein-Westfalen geht bei der Energiewende voran“,  lobte NRW- Wirtschafts- und Energieminister Andreas Pinkwart die Ziele  der Landesregierung gestern, Mittwoch 10. Juli als er  dem Landtag die Energieversorgungsstrategie für das Land Nordrhein-Westfalen vorgelegte.

" NRW geht bei der Energiewende voran...“ ;Andreas Pinkwart
” NRW geht bei der Energiewende voran…“ ;Andreas Pinkwart

Und qualifizierte die Strategie im Vorhinein so: „Mit dem ehrgeizigen Ausbau der Erneuerbaren Energien und dem Kohleausstieg leisten wir als dicht besiedeltes Industrie- und Energieland einen erheblichen Beitrag, um die Klimaziele zu erreichen. Wir wollen mit unserer Energieversorgungsstrategie eine klimaverträgliche, sichere und bezahlbare Energieversorgung gewährleisten und langfristige Planungssicherheit für alle Beteiligten erreichen.“

Aus Sicht der Landesregierung machen die Klimaziele von Paris eine Umstellung auf eine weitgehend klimaneutrale Energieversorgung in Deutschland erforderlich. Pinkwart gab sich sicher: Die Energiewende, der vorzeitige Ausstieg aus der Kohleverstromung, die Reform des EU-Emissionshandels und das sogenannte EU-Clean-Energy-Package trügen dazu bei, das Energiesystem langfristig in diese Richtung zu gestalten.

Kernelemente der neuen Landesstrategie sind der deutliche Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie ein zügiger Netzausbau, moderne Speichertechnologien, eine flexiblere Nachfragegestaltung und die Nutzung von Gas als Brückenenergie. Pinkwart  konstatierte nüchtern:
„Nordrhein-Westfalen ist Vorreiter beim Ausstieg aus der Kohleverstromung. Es ist unser erklärtes Ziel, möglichst ab 2035, spätestens aber ab 2038 gänzlich auf die Kohleverstromung zu verzichten. Dazu brauchen wir ein stabiles und bezahlbares Energiesystem. Beides miteinander in Einklang zu bringen ist eine Jahrhundertaufgabe und die große Verantwortung unserer Generation. Wir reduzieren die CO2-Emissionen im Energiesektor bis 2030 um bis zu 70 Prozent und bleiben das Land für sichere und bezahlbare Energie.”

Die Zentralen Zielsetzungen der Strategie formulierte Energieminister Pinkwart in Kürze so: Bis 2030 strebt die Landesregierung ein starkes Wachstum bei Erneuerbaren Energien an: So soll die vorhandene installierte Leistung auf 10,5 Gigawatt Wind und 11,5 Gigawatt Photovoltaik verdoppelt werden. Bis 2050 soll die Energieversorgung vorrangig über Wind, Photovoltaik, Gaskraftwerke in Kraft-Wärme-Kopplung, Geothermie und grünen Wasserstoff gesichert werden.

Zusätzlich bedarf es weiterer Anstrengungen beim Netzausbau sowie einer Umstellung der Sektoren Mobilität und Wärme auf weitgehende Klimaneutralität. Hierfür müssen die Bedingungen für die Sektorenkopplung verbessert werden, zum Beispiel durch die Einführung einer aufwandsneutralen CO2-Bepreisung.

Strom muss bezahlbar bleiben: Um die hohen Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher zu reduzieren, setzt sich die Landesregierung für eine deutliche Senkung der Stromsteuer ein. Zur Entlastung der produzierenden energieintensiven Industrie setzt sich die Landesregierung außerdem auf EU-Ebene für eine umfassende Strompreiskompensation ein.