„Die Bundesregierung möchte mit der Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes den Ausbau von Offshore-Wind beschleunigen. Doch wird der Gesetzentwurf nicht noch entscheidend nachgebessert, erreicht sie das genaue Gegenteil: Der Ausbau der Windenergie auf See wird ausgebremst“, kommentierte  Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, die aktuelle Entwicklung anlässlich  der gestrigen Anhörung zum Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) im Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie

"... Der Ausbau der Windenergie auf See wird ausgebremst...!!! " Kerstin Andreae , foto grüne
“… Der Ausbau der Windenergie auf See wird ausgebremst…!!! ” Kerstin Andreae , foto grüne

Die Ausbauziele für die Offshore-Windenergie auf 20 GW bis 2030 und 40 GW bis 2040 könnten nur dann erreicht werden, wenn die Rahmen- und Investitionsbedingungen auf diese Ziele hin ausgerichtet werden“, so die BDEW-Spitzenfrau und  sie weist zugleich darauf hin: „ Hier gibt es im aktuellen Gesetzentwurf noch erheblichen Verbesserungsbedarf.“

So würde, aus Sicht des BDEW,  insbesondere die Einführung der im Gesetzentwurf geplanten 2. Gebotskomponente den weiteren Ausbau der Windenergie an See erheblich behindern: Sie würde  die Finanzierungsrisiken deutlich erhöhen und damit die Kosten für den Ausbau der Offshore-Windenergie in die Höhe treiben. „So lassen sich die Ausbauziele kaum erreichen“, kommentiert  Andreae die geplante Änderung des Gesetzes. . Hieran ändere auch die nun geplante Evaluierung dieses Modells nichts. „Andere Länder bieten wesentlich attraktivere Investitionsbedingungen. Die Gefahr ist groß, dass Windkraft-Investoren auf andere Märkte ausweichen. Das reduziert den Wettbewerb und erhöht damit unnötig die Kosten für den zwingend notwendigen Offshore-Ausbau“, so Andreae.

Das Ziel der 2. Gebotsrunde, bei Null-Cent-Geboten eine Entscheidung über den Zuschlag für den Bau des ausgeschriebenen Meereswindparks zu treffen, lasse sich auch anders erreichen: „Die Bundesregierung sollte dringend auf Alternativen wie zum Beispiel Differenzverträge zurückgreifen“, empfiehlt Andreae. In Großbritannien beispielsweise seien seit Einführung der Ausschreibungen durch Differenzverträge im Jahr 2015 die in den Auktionen von den Unternehmen aufgerufenen Mindestvergütungen um 65 Prozent gesunken.

Die BDEW- Spitzenfrau fordert kategorisch: . „Die Bundesregierung muss dringend eine Prüfung weiterer Flächenpotenziale für die Offshore-Windenergie im Küstenmeer und in der Ausschließlichen Wirtschaftszone der Ostsee einleiten.“ Das minimiere das Risiko für den Fall, dass das langfristige Ausbauziel bis 2040 nicht allein mit Flächen in der Nordsee erreicht werden kann.“

Erneut weist Andreae  daraufhin, dass „… zum Erreichen des 65-Prozent-Ziels Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 die Offshore-Windenergie einen wesentlichen Beitrag leisten kann. Mit der Änderung des Windenergie-auf-See-Gesetzes hat die Bundesregierung die Chance, dafür jetzt die richtigen Weichen zu stellen. Diese Chance sollte sie nutzen“, bilanziert Andreae. Ihr Fazit: „Gerade in Anbetracht des schleppenden Ausbaus von Windenergie an Land wäre es fatal, die Potenziale auf See leichtfertig zu verschenken.“