Waren im Jahr 2019 noch 25 Städte von der Überschreitung des NO 2 -Grenzwertes betroffen, so werden es 2020 deutlich weniger als zehn sein, konstatierte Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) am vergangenen Dienstag, 16. Februar.

"...„Hätten alle Fahrzeuge auf deutschen Straßen die Abgas-Grenzwertvorgaben auch im Realbetrieb eingehalten " Svenja Schulze und Dirk Messner, bild bmu, dirk Stoll
“…Hätten alle Fahrzeuge auf deutschen Straßen die Abgas-Grenzwertvorgaben auch im Realbetrieb eingehalten… ” Svenja Schulze und Dirk Messner, bild bmu, dirk Stoll

Nach Auswertung der bereits jetzt vorliegenden Daten der automatisch messenden Stationen liegen- nach Darstellung des UBA,  auf jeden Fall München und Hamburg doch noch  über dem Grenzwert mit einem Jahresmittelwert von 54 bzw. 41 Mikrogramm NO 2 pro Kubikmeter Luft. Nach Auswertung der Daten von ca. 140 Passivsammlern, die im Labor analysiert werden müssen und deren Ergebnisse erst im Mai vorliegen, sind jedoch Überschreitungen auch noch in weiteren Städten wie z. B. Stuttgart zu erwarten.

Messner bilanzierte aber schon  jetzt insgesamt sei die Belastung mit Stickstoffdioxid deutschlandweit

"Hauptquelle der Stickstoffoxide in Städten ist demnach der Straßenverkehr ...“  .Bild U +E
“Hauptquelle der Stickstoffoxide in Städten ist … der Straßenverkehr …“ .Bild U +E

damit weiter deutlich rückläufig. Das zeige die vorläufige Auswertung der Messdaten der Länder und des Umweltbundesamtes (Stand 01.02.2021) von bislang rund 400 Messstationen.

Hauptquelle der Stickstoffoxide in Städten ist demnach der Straßenverkehr und hier vor allem Diesel-Pkw. Nur moderne Diesel-Pkw der Abgasnormen Euro 6d-TEMP und Euro 6d emittieren nicht nur auf dem Prüfstand, sondern auch auf der Straße deutlich weniger Stickstoffoxide. Modellierungen des UBA zeigen, dass Softwareupdates und Flottenerneuerung im Jahr 2020 zusammen eine deutliche Minderung von rund drei Mikrogramm NO 2 pro Kubikmeter bewirkten. Davon sind rund zwei Drittel auf die neuen, deutlich saubereren Fahrzeuge zurückzuführen, ein Drittel auf die Softwareupdates. „Hätten alle Fahrzeuge auf deutschen Straßen die Abgas-Grenzwertvorgaben auch im Realbetrieb eingehalten, hätte es 2020 gar keine Überschreitungen mehr gegeben. Es ist zudem bedauerlich, dass sich Software-Updates so hingezogen haben und es kaum Hardware-Nachrüstungen gab“, kritisierte  Messner.