Im ersten Halbjahr 2021 wurden 240 Onshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 971 Megawatt (MW) in Deutschland installiert. Das ergibt  die Analyse der Deutschen WindGuard, die im Auftrag der beiden Verbände BWE und VDMA Power Systems (s. unten)  am vergangenen Dienstag, 27. Juli, veröffentlicht wurde, beleuchtet die Marktentwicklung im ersten Halbjahr 2021.

"....Das erneute Marktwachstum reicht nicht aus„...!" Hermann Albers überbringt seine Botschaften immer mit einem Lächeln
“….Das erneute Marktwachstum reicht nicht aus…!” Hermann Albers überbringt seine Botschaften immer mit einem Lächeln

Zum Vergleich: Der Zubau im ersten Halbjahr 2021 übertrifft demnach bereits die Menge, die im Gesamtjahr 2019 installiert wurde und liegt 62 Prozent über der Leistung, die im ersten Halbjahr 2020 in Betrieb genommen wurde.

  „Die Entwicklung der Ausbauzahlen von Windenergie an Land bleibt positiv“, konstatierte in dem Zusammenhang  Hermann Albers, Präsident Bundesverband Windenergie . Und er ist sich sicher :“Die Talsohle ist durchschritten. Die letzten Ausschreibungsergebnisse zeigen, dass sich die Genehmigungslage weiter verbessert! Zugleich weist er aber auch darauf hin, dass  immer noch ein steiniger Weg vor der Branche liege, den es jetzt dringend zu ebnen gelte.

Um die ambitionierten Klimaziele auf europäischer und nationaler Ebene zu erreichen, müssten aus Sicht des BWE  jetzt politische Weichen gestellt werden. Ein wesentlicher Baustein sei  dafür die Verbesserung der Flächen- und Genehmigungssituation. Mit dem Bund-Länder-Kooperationsausschuss für mehr Flächen und Genehmigungen wurde im EEG 2021 ein Rahmen geschaffen, der nun zur Beschlussfassung konkreter Maßnahmen genutzt werden muss, fordert Albers.  Und: Die

Klärung der Flächenpotentiale im Kooperationsausschuss sollte noch vor der Regierungsbildung konkrete Ergebnisse erreichen. Erhebliche Flächeneffizienz liegt im Repowering bei gleichzeitig beschleunigten Verfahrensabläufen. Diese müssen jetzt realisiert werden“, fordert  Hermann Albers.

 "... Verbesserung der Flächen- und Genehmigungssituation.... " ; Bild U+ E
“… Verbesserung der Flächen- und Genehmigungssituation…. ” ; Bild U+ E

„Das erneute Marktwachstum reicht nicht aus, um die Zielvorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2021 von knapp 4.000 MW pro Jahr zu erfüllen. Mit dem deutschen Klimaschutzgesetz – mit dem Ziel von 65 Prozent CO2-Minderung in Deutschland bis 2030 – und der Anpassung der Stromverbrauchsprognose durch das Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) , wird eine weitere Erhöhung der jährlichen Brutto-Ausbauziele für die Windenergie an Land auf mindestens 5.000 MW in Deutschland erforderlich.

Zudem muss mit dem europäischen Maßnahmenpaket „Fit for 55“ zum Erreichen von 55 Prozent CO2-Minderung in der EU bis 2030 der Ausbau der Windenergie in Europa insgesamt von jährlich 15.000 auf 30.000 MW verdoppelt werden. Diese anspruchsvolle Aufgabe kann  ,  nach Darstellung des BWE, nur gelingen, wenn alle Mitgliedsstaaten an einem Strang ziehen. Eine europäisch ausgerichtete Energiepolitik sollte für die neue Bundesregierung einen hohen Stellenwert haben. Auch auf Bundes- und Landesebene müssen konkrete Maßnahmen beschlossen und umgesetzt werden. Das Tempo für Flächenausweisung und den Abbau von Genehmigungshemmnissen muss jetzt stark beschleunigt werden“, erläuterte Matthias Zelinger, Geschäftsführer VDMA Power Systems.

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht: BaWü: Über viele Jahre die Windenergie systematisch ausgebremst