Die Bundesregierung fördert klimaschädliche Öl- und Gasprojekte mit milliardenschweren Bürgschaften fördert. Das werfen die Umweltorganisation urgewald  und die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Deutschland vor und belegen das seit Mittwoch, 15. September, mit ihrem neuen Bericht.

"...dafür wird Geld aus dem Klimafonds bereitsgestellt......?" so Kanzlerin Merkel ;, Bild Henning Schacht bundesr.
“….fördert klimaschädliche Öl- und Gasprojekte mit milliardenschweren Bürgschaften…..” Kanzlerin Merkel ;, Bild Henning Schacht bundesr.

Darin untersuchen die Organisationen klimaschädliche Öl- und Gas-bezogene Exportkreditgarantien sowie Ungebundene Finanzkredit Garantien (UFK-Garantien) für den Zeitraum 2015 bis Mai 2021. In dieser Zeit hat demnach die Bundesregierung über die Euler Hermes AG 144 Exportbürgschaften im Öl- und Gasbereich mit einem Volumen von insgesamt über 11,75 Milliarden Euro bewilligt. Von 28 Ländern, in die Öl- und Gasbürgschaften vergeben wurden, gelten laut Freedom House 15 Länder als „nicht frei“. Der Bericht basiert auf Zahlen, die von der Bundesregierung erstmals über eine Anfrage nach Informationsfreiheitsgesetz den beiden Organisationen zugänglich gemacht wurden.

Exportbürgschaften, wegen ihrer Bearbeitung durch die Euler Hermes AG auch „Hermesbürgschaften“ genannt, werden in Deutschland ansässigen Unternehmen und Banken gewährt, um ihre Exportgeschäfte, oft mit Ziel Entwicklungs- und Schwellenländer, gegen Zahlungsausfall abzusichern. Ungebundene Finanzkredit Garantien werden Banken gewährt, wenn sie an Geschäften beteiligt sind, die der Rohstoffversorgung Deutschlands dienen. Im Untersuchungszeitraum wurden keine UFK-Garantien vergeben – allerdings nicht, weil sich die Bundesregierung dagegen ausgesprochen hätte, sondern weil Anträge zurückgezogen oder nach Voranfragen nicht gestellt wurden.
Der Autor des Berichts und Gasexperte Andy Gheorghiu, klagt in dem Zusammenhang: „Es ist erschreckend, wie stark die Bundesregierung mit diesen Bürgschaften die internationale Energiewende sabotiert, indem sie hilft, die weitere Nutzung von Öl und Gas international zu zementieren. Es ist insbesondere unhaltbar, dass die Bundesregierung Erdgas in ihrer Rohstoffstrategie weiterhin als förderungswürdigen Rohstoff einstuft, obwohl dessen klimaschädliche Wirkung wissenschaftlich belegt ist.“

Und  der Bundesgeschäftsführer der DUH Sascha Müller-Kraenner geht noch einen Schritt weiter

"Mit der Förderung von Öl- und Gasprojekten im Ausland heizt sie die Klimakrise weiter an....!"  Sascha Müller-Kraenner, DUH Bundesgeschäftsführer..!.“ Sascha Müller-Kraenner bild steffen kugler  duh
“Mit der Förderung von Öl- und Gasprojekten im Ausland heizt sie die Klimakrise weiter an….!” Sascha Müller-Kraenner,  bild steffen kugler duh

und er wirft der Bundesregierung vor : „Mit der Förderung von Öl- und Gasprojekten im Ausland heizt sie die Klimakrise weiter an. Das dient nicht deutschen Interessen, sondern setzt die Zukunft von jungen Menschen aufs Spiel. Um die Klima-Limits von Paris einzuhalten, muss die Erdgas- und Erdölförderung so schnell wie möglich beendet werden. Die britische Regierung zeigt dabei den Weg: Sie wird kein Geld und keine Unterstützung mehr für fossile Energien im Ausland vergeben – ein Beispiel, dem die neue Bundesregierung folgen muss.“

Der Bericht von der DUH und urgewald stellt eine Reihe problematischer Projekte vor, die mit Bürgschaften im untersuchten Zeitraum unterstützt wurden:

  • das petrochemische Amurwerk in Ostrussland,
  • die Nord Stream 1 und 2 Pipelines,
  • der Flüssigerdgaskomplex Yamal LNG in Russland und
  • das Flüssigerdgasterminal und Gaskraftwerk Gas Natural Acu in Brasilien.

Ebenfalls stellt der Bericht das Projekt Arctic LNG 2 heraus, neben Yamal LNG ein weiteres Flüssigerdgasprojekt in der Arktis, zu dem eine deutsche Bürgschaft beantragt wurde. Das Verfahren läuft noch, eine endgültige Entscheidung der Bundesregierung steht aus. Bürgschaften für dieses Projekt sind auch in Italien und Frankreich beantragt worden. Obwohl der französische Konzern Total zu den Hauptsponsoren des Projektes gehört, deutete Präsident Macron Anfang September 2021 beim Weltkongress der IUCN (International Union for Conservation of Nature) in Marseille an, dass seine Regierung das Projekt aus Klima- und Biodiversitätsgründen nicht unterstützen wird.