Bundesumweltministerin Steffi Lemke fördert mit insgesamt 3,75 Millionen Euro drei Kommunen und zwei Forschungsinstitute im Rahmen des Wettbewerbs “#mobilwandel2035 – Zukunftswettbewerb nachhaltige Mobilität” . Das gab das Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministerium  (BMUV) am gestrigen Dienstag, 21. Juni, bekannt.

Demnach werden in Stuttgart und Schwerin innovative Konzepte für den Lieferverkehr erprobt. Burgwedel (Niedersachsen) und mehrere Landkreise in Nordhessen wollen bei sich vor Ort einen

"..Die CO2-Emissionen im Verkehr sind unverändert hoch, ...!" Bild UBA
“..Die CO2-Emissionen im Verkehr sind unverändert hoch, …!” Bild UBA…..

nachhaltigeren Pendelverkehr etablieren. Bredstedt in Nordfriesland macht mit anderen Gemeinden ihren Bahnhof zum Knotenpunkt für nachhaltige Mobilitätsangebote auf dem Land.

Steffi Lemke klopfte bildlich mit der Hand auf den Tisch als sie verkündete : “Die CO2-Emissionen im Verkehr sind unverändert hoch, und wir erleben massive Probleme für Umwelt, Klima und menschliche Gesundheit!“ Und sie konstatierte weiter ohne jemanden damit zu überraschen : „Mobilitätswende darf aber nicht bloß Fahrzeuge klimaneutral machen, wir brauchen auch neue, andere Angebote für Mobilität. Wie gute, machbare Ideen für solch eine Mobilitätswende aussehen können, zeigen uns die innovativen Konzepte der ausgewählten Projekte..”

Ausgezeichnet wurden die Projekte auf einer Konferenz des BMUV am Dienstag , mit der die erste Förderphase des BMUV-Wettbewerbs “#mobilwandel2035” abgeschlossen wurde. Zehn Projekte aus ganz Deutschland hatten dabei in den zurückliegenden 10 Monaten konkrete Zukunftsvisionen für umweltfreundlichere Mobilität entwickelt. Wie die Mobilitätswende aus Perspektive des Umwelt- und Naturschutzes und unter Berücksichtigung der zunehmenden Digitalisierung aussehen kann und wie aus den Visionen der Wettbewerbsteilnehmenden bis 2035 Realität werden kann, stand im Mittelpunkt der Diskussionen. Für die zweite Förderphase wurden fünf Projekte ausgewählt, deren Umsetzung in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt 3,75 Millionen Euro vom BMUV gefördert werden soll.

Ausgewählte Projekte für die zweite Förderphase des #mobilwandel2035-Wettbewerbs:

  • Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO, Baden-Württemberg): “Digitale Plattform zur Steuerung einer emissionsminimalen City-Logistik durch GreenPickUps in lebenswerten Innenstädten 2035” in Stuttgart; Kurzbeschreibung: Aufbau einer Logistikplattform für den Online-Handel in Innenstädten. Der Warenverkehr zwischen Knotenpunkten – den
    "... und wir erleben massive Probleme für Umwelt, Klima und menschliche Gesundheit......"  ;  Steffi Lemke bild bundestag
    “… und wir erleben massive Probleme für Umwelt, Klima und menschliche Gesundheit……” ; Steffi Lemke bild bundestag

    GreenPickUps – soll durch elektrische Lastenfahrräder abgewickelt werden.

  • Landeshauptstadt Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern): “SNAcKS 2.0 – Der Schweriner Lieferverkehr der Zukunft – nachhaltig, automatisiert, kunden- und serviceorientiert”; Kurzbeschreibung: Durchführung von Verkehrsanalysen zum Wirtschaftsverkehr, Prüfung rechtlicher Rahmenbedingungen und probeweise Umsetzung von vier ausgewählten Logistikbausteinen und zwar einer anbieterunabhängigen Paketstation, einer innerstädtischen Verteilfläche, einem Lastenradverleih sowie temporären Verkehrsversuchen.
  • Stadt Bredstedt (Schleswig-Holstein): “SMANA – Smarte Nachbarschaft für die Mobilität der Zukunft” (Bredstedt und weitere Städte/Gemeinden in Nordfriesland) Kurzbeschreibung: Im ländlichen Raum soll mit smarten Lösungen ein regionales Mobilitätsökosystems aufgebaut werden. Herzstück der Maßnahmen ist die Umgestaltung des Bahnhof Bredstedt zum Mobilitäts-Hub als Mobilitätsknotenpunkt. Es sind des weiteren Sharing-Angebote, Co-Working-Spaces, ein Lieferservice und die Anschaffung einer Mobilitätsflotte zur gemeinschaftlichen Nutzung vorgesehen.
  • Universität Kassel (Hessen): “MOSACA II – Mobiles Arbeiten in wohnortnahen Satellitenbüros in Kombination mit nachhaltigen Verkehrsangeboten in Nordhessen” (mehrere Landkreise in Nordhessen); Kurzbeschreibung: Erprobung eines Netzwerks aus wohnortnahen Co-Working-Spaces in Kombination mit nachhaltigen Mobilitätsdienstleistungen. Teilnehmende Unternehmen sollen ihren Mitarbeitenden ermöglichen können, in Co-Working-Spaces zu arbeiten und Pendelwege mit nachhaltigen Verkehrsmitteln (wie Carsharing, übertragbare ÖPNV-Abotickets, (Lasten-)Pedelecs oder Falträder) zurückzulegen.
  • Stadt Burgwedel (Niedersachsen): “mobil ans #werk gemeinsam Zukunft gestalten (#MAW)”; Kurzbeschreibung: Gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Beschäftigten und Unternehmen aus der Region sollen (digitale) Mobilitäts-Narrative für eine neue Mobilitätskultur entwickelt werden. Gleichzeitig werden unter anderem mit Fahrradstellplätzen und einem Mobilitätshub Maßnahmen zur Verbesserung der (Pendler-)Mobilität am Bahnhof und Rathaus Burgwedel geplant. Den Abschluss soll das Mobilitäts-Kulturfestival #Summer of Mobility bilden.

Aus den zehn Förderprojekten wurden jetzt fünf Projekte ausgewählt, bei denen in den kommenden zwei Jahren erste Schritte der Umsetzung des Zielbildes unterstützt werden sollen.

Lesen Sie dazu auch unseren Bericht: EU-Parlament: Straßenverkehr bis 2035 emissionsfrei gestalten