Ab heute, dem 1. Juli , gilt die in Kraft getretene Rücknahmepflicht für Elektroschrott bei Lebensmitteleinzelhändlern mit einer Gesamtverkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern, die mehrfach im Jahr Elektrogeräte anbieten. Dort können Elektrokleingeräte mit einer Kantenlänge bis zu 25 cm, wie zum Beispiel Waffeleisen oder Wasserkocher, kostenlos und ohne einen Neukauf abgegeben werden. Bei Neukauf von größeren Elektrogeräten, wie Staubsauger oder Kühlschränken, können ähnliche Altgeräte auch kostenlos zurückgegeben werden.

"… ab kommenden Montag, dem 4. Juli, deutschlandweit Testbesuche in Supermärkten und Drogerien ..!" !Barbara Metz , bild duh
“… ab kommenden Montag, dem 4. Juli, deutschlandweit Testbesuche in Supermärkten und Drogerien ..!” Barbara Metz , bild duh

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) forderte gestern, Donnerstag 30. Juni, Supermärkte und Drogerien auf, Verbraucherinnen und Verbraucher umfangreich über ihre neuen Rückgaberechte für Elektroschrott zu informieren und praxistaugliche Konzepte zur Abgabe anzubieten.

Richtig gesammelt, können Elektroaltgeräte für eine umweltfreundliche Wiederverwendung aufbereitet werden. Kommt eine Wiederverwendung nicht infrage, können beim Recycling wertvolle Rohstoffe zurückgewonnen und enthaltene Schadstoffe sicher entsorgt werden. Die Ausweitung der Sammlung auf Supermärkte wird aus Sicht der DUH  jedoch nicht das Problem beheben, dass viel zu wenig Elektroschrott gesammelt wird. Aktuell sind es lediglich 44 Prozent. Die DUH fordert deshalb von Umweltministerin Steffi Lemke eine Ausweitung der Rücknahme auf alle Verkaufsstellen von Elektrogeräten und eine Beteiligungspflicht an Sammelsystemen, welche die gesetzliche Sammelquote von 65 Prozent zwingend umsetzen müssen.

DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz, wies in dem Zusammenhang noch mal darauf hin, dass  „Supermärkte und Drogerien zu den großen Inverkehrbringern von Elektrogeräten gehören. Deshalb ist die Ausweitung der Rücknahmepflicht ein erster Schritt in die richtige Richtung. Es wird nun darauf ankommen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher gut sichtbar und verständlich über ihre Rückgaberechte informiert werden und die Abgabe verbraucherfreundlich ausgestaltet wird!“

Forderung der DUH :"....Ausweitung der Rücknahme auf alle Verkaufsstellen von Elektrogeräten und eine Beteiligungspflicht an Sammelsystemen ...“an :... Steffi Lemke, bild grüne bundestg, stefan kaminski
Forderung der DUH :”….Ausweitung der Rücknahme auf alle Verkaufsstellen von Elektrogeräten und eine Beteiligungspflicht an Sammelsystemen …“an :… Steffi Lemke, bild grüne bundestg, stefan kaminski

Die DUH-Spitzenfrau kündigte jetzt bereits an, dass ihr Verband  „… ab kommenden Montag, dem 4. Juli, deutschlandweit Testbesuche in Supermärkten und Drogerien startet …“, Die DUH will dann gegen gesetzliche Verstöße rechtlich vorgehen und die Ergebnisse veröffentlichen. So könnten sich Verbraucherinnen und Verbraucher einen Überblick darüber verschaffen, welche Unternehmen es wirklich ernst mit Umweltschutz meinen , so die Sicht von  DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz.

Und die DUH stellt dar wie „… eine verbraucherfreundliche Rücknahme von alten Elektrogeräten funktionier“: Entweder gibt es professionelle Sammelbehältnisse in der Nähe des Kassenbereiches oder geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen die Geräte persönlich entgegen. Ein Blick des Kassenpersonals auf die Sammelbehälter ist zwingend notwendig, um Fehlwürfe oder das unerlaubte Mitnehmen von Elektroaltgeräten zu verhindern. Für eine umfangreiche Information über die Rückgabemöglichkeiten muss es mindestens im Eingangs- und Ausgangsbereich sowie direkt an den jeweiligen Verkaufsstellen für Elektrogeräte gut sicht- und lesbare Hinweisschilder geben, die zur Abgabe motivieren.

 "...Hersteller sollten  sich  zukünftig Sammelsystemen anschließen müssen, ...!" Thomas Fischer, bild duh
“…Hersteller sollten sich zukünftig Sammelsystemen anschließen müssen …!” Thomas Fischer, bild duh

Der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft, Thomas Fischer, ist der Ansicht
„Grundsätzlich sollte jeder Händler, der Elektrogeräte verkauft, dazu verpflichtet werden, ähnliche Altgeräte kostenlos zurückzunehmen. Gleichzeitig sollten sich alle Hersteller zukünftig Sammelsystemen anschließen müssen, die wiederum gesetzlich zur Einhaltung der Sammelquote und zur Bereitstellung flächendeckender Annahmestellen verpflichtet werden!“

Neben Maßnahmen zur Erhöhung der Sammelmenge ist auch entscheidend, was mit den gesammelten Altgeräten passiert. Obwohl bis zu 15 Prozent der gesammelten Elektrogeräte wiederverwendbar sind, spielt dies bislang nur eine untergeordnete Rolle. Deshalb sollten alle Händler, die Elektrogeräte sammeln, auf eine zerstörungsfreie Rücknahme achten und alle Geräte auf Wiederverwendbarkeit prüfen lassen, da ansonsten riesige Mengen funktionierender oder reparaturfähiger Elektrogeräte vernichtet werden. Ebenso müssen Händler – aus Sicht der DUH- sicherstellen, dass von ihnen gesammelte und nicht mehr reparaturfähige Geräte nachweislich mindestens nach den CENELEC-Standards recycelt und entsorgt werden.