Deutschland und Marokko werden künftig noch enger bei Klimaschutz und Energiewende zusammenarbeiten. Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze, der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz Stefan Wenzel und der marokkanische Außenminister Nasser Bourita unterzeichneten dazu am vergangenen Freitag, 28. Juni,  in Berlin eine Erklärung zur Gründung einer gemeinsamen Allianz für Klima und Energie.

 „Die neue grüne Wasserstoffwirtschaft muss fair werden .....!" ; Svenja Schulze... , bild steffen kugler bundesr.
Die neue grüne Wasserstoffwirtschaft muss fair werden …..!” ; Svenja Schulze... , bild steffen kugler bundesr.

Wie Stefan Wenzel am selben Tag mitteilte steht im Mittelpunkt der neuen Partnerschaft  die verstärkte Zusammenarbeit bei der Klimaanpassung, beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei der Produktion von grünem Wasserstoff. Marokko verfügt mit seiner geografischen Lage am windreichen Atlantik und seiner Nähe zur Wüste über hervorragende Voraussetzungen für die Stromerzeugung aus Wind und Sonne, womit es den Bedarf der eigenen Wirtschaft decken und perspektivisch auch in den Export von grünem Wasserstoff nach Deutschland einsteigen kann.

Und   Svenja Schulze gelobt : „Die neue grüne Wasserstoffwirtschaft muss fair werden – anders als die fossile Weltwirtschaft es je war. Darum arbeiten wir an Partnerschaften, von denen beide Seiten profitieren. Marokko hat beste Voraussetzungen für die Energiewende und die Produktion von grünem Wasserstoff. Deutschland will Wasserstoff importieren. Aber wir wollen das fair und partnerschaftlich tun, nämlich so, dass auch Marokko seine Energiewende vorantreiben kann und seinen fairen Anteil an den Wertschöpfungsketten der Zukunft bekommt. Diese neue Allianz ist ein ermutigendes Zeichen für eine faire und respektvolle Zusammenarbeit!“

  Stefan Wenzel sieht beide Länder ,Marokko und Deutschland , als  regionale Vorreiter im Klimaschutz. Beide Länder arbeiten an der Reduktion des Kohlestroms und dem Ausbau der erneuerbaren Energien. Und  daher ist Marokko eines der ersten Länder, mit denen das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz – bereits seit über 10 Jahren eine sehr fruchtbare Energiepartnerschaft umsetzt. Wenzel bilanziert weiter: „Marokko hat enorme Potentiale für erneuerbare Energien und grünen Wasserstoff. Wegen der räumlichen Nähe unterstützen wir auch die Zusammenarbeit im Stromhandel zwischen Marokko und der EU. Ebenso wollen wir zum beiderseitigen Nutzen den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft voranbringen und die Beteiligung deutscher Technologieunternehmen und Zulieferer politisch flankieren. Darüber hinaus wollen wir noch enger im Fachkräftebereich zusammenarbeiten!“

Marokko und Deutschland können bei der Zusammenarbeit auf zahlreiche Erfahrungen zurückgreifen,

"Marokko und Deutschland , ... regionale Vorreiter im Klimaschutz....!" Stefan Wenzel, bild grüne, kaminski
Marokko und Deutschland , … regionale Vorreiter im Klimaschutz….!” Stefan Wenzel, bild grüne, kaminski

besonders bei der Nutzung von Wind- und Solarenergie. So entstand mit Unterstützung des BMZ in Ouarzazate im Süden Marokkos das weltweit größte solarthermische Kraftwerk. Es versorgt rund 1,3 Millionen Menschen mit Strom.

Laut Svenja Schulze und Stefan Wenzel ist der Einstieg in die Erzeugung von grünem Wasserstoff  für Marokko der nächste Schritt. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz und im Rahmen seiner Energiepartnerschaft PAREMA (Partenariat Énergétique Maroco-Allemand) mit dem marokkanischen Energieministerium (Ministère de la Transition Energétique et du Développement Durable) hat das Land vor zwei Jahren eine eigene Wasserstoffstrategie vorgelegt. Solarkraftwerke und Windparks erlauben eine großflächige Umsetzung und damit eine nachhaltige Produktion von grünem Wasserstoff in industriellem Maßstab sowie den Aufbau grüner Wirtschaftszweige.

Mit der neuen Klima- und Energie-Allianz wollen  Deutschland und Marokko nun ihre Zusammenarbeit beim Aufbau der grünen Wasserstoffindustrie, im Stromhandel, bei der nationalen Dekarbonisierung, bei der Klimaanpassung sowie bei der Fachkräfteausbildung.

Bereits jetzt beteiligt sich Deutschland an der Errichtung der ersten Referenzanlage für die Produktion von grünem Wasserstoff in Marokko, die in den kommenden Jahren realisiert werden soll. Die Anlage soll rund 10.000 Tonnen Wasserstoff pro Jahr herstellen – genug, um damit 50.000 Tonnen grünen Stahl zu produzieren. Sie soll überdies als Referenzprojekt für die Rentabilität der Produktion von grünem Wasserstoff in Afrika dienen und das Vertrauen privater Investoren in den Standort Marokko stärken. Auf Grundlage der neuen deutsch-marokkanischen Allianz für Klima und Energie sollen  weitere Investitionen folgen.

Wenzel und Svenja Schulze läuterten anlässlich der aktuellen Entwicklung auch noch mal , dass beide Ministerien bei der Vorbereitung des neuen Bündnisses mit Marokko   eng zusammengearbeitet haben. Diese Zusammenarbeit soll bei der weiteren Ausgestaltung der Klima-Allianz mit Marokko fortgesetzt werden.