Die Elektromobilität kann einen wertvollen Beitrag bei der Integration von erneuerbaren Energien leisten, betonte am vergangenen Dienstag, 02. Juli, Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (bne) , in einem gesonderten Statement auch gegenüber Umwelt- und Energie-Report.

Bis zum Jahr 2030 sollen ja  15 Millionen vollelektrische Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein. Diese würden mit rund 750 GWh die 20-fache Speicherkapazität aller deutschen

 “Flexibilität ist der zentrale Mechanismus im Energiesystem der Zukunft ... !" Robert Busch, bne
Flexibilität ist der zentrale Mechanismus im Energiesystem der Zukunft … !” Robert Busch, bne

Pumpspeicherkraftwerke besitzen, kalkuliert der bne. Doch:  Um dieses Potential zu heben, muss die Bundesregierung jetzt den regulatorischen Rahmen schaffen, fordern Busch und sein Verband   bne  der dazu sieben konkrete Vorschläge unterbreitet hat.

Robert Busch klopft  noch mal bildlich mit der geballten Faust auf den Tisch als er erklärt :  „Parallel zum beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren brauchen wir mehr Flexibilität. Sie ist der zentrale Mechanismus im Energiesystem der Zukunft, der die umfassende Nutzung der erneuerbaren Energien erst ermöglicht. Wir benötigen einen Rechtsrahmen, der netzdienliche Flexibilität nicht behindert. Elektroautos bieten durch ihre Speicherkapazität genau diese. Wir müssen sie nur freisetzen !“,

Die sieben energiepolitischen Handlungsempfehlungen des bne umfassen – ist der bne überzeugt –  konkrete Vorschläge zur Umsetzung bidirektionalen Ladens. „Vor allem die Doppelbelastung mobiler Speicher durch Abgaben, Umlagen und Steuern verhindert einen wirtschaftlich sinnvollen Einsatz der Technologie”, bilanziert Busch. Zwar hat die Bundesregierung jüngst mit dem Gesetz zur Modernisierung der Stromsteuer erste Verbesserungen vorgenommen, diese gehen jedoch nicht weit genug. So werden bisher nur V2H-Anwendungsfälle, also die Rückspeisung vom Auto ins Haus, vereinfacht. Für V2G, die Rückspeisung ins Netz, ist eine entsprechende Ergänzung dringend notwendig.

Weiter mangelt es an konkreten gesetzgeberischen Vorgaben für den Datenaustausch zwischen den Fahrzeugen und der Ladeinfrastruktur. Als wettbewerblicher Energiewirtschaftsverband setzt sich der bne für einen diskriminierungsfrei ausgestalteten Markt ein. Es muss ein Level-Playing-Field für möglichst viele Marktteilnehmer geben.

Grundsätzlich müssen Speicher zwar messtechnisch abgegrenzt werden, um ihre Flexibilität vermarkten zu können, in Bezug auf die Messtechnik darf die Politik jedoch die Praxis nicht aus den Augen verlieren. „Hohe Sicherheitsstandards sind notwendig, um die Systemsicherheit zu gewährleisten. Sicherheit ist aber nicht gleichbedeutend mit dem Einsatz des Smart Meter-Gateways”, führt Busch weiter aus. Die verpflichtende Datenübertragung über intelligente Messsysteme sollte daher aus seiner Sicht auf ein praxistaugliches Minimum beschränkt werden.

Zum Hintergrund erklärt der bne  auch noch :Bidirektionales Laden ermöglicht den Energieaustausch in zwei Richtungen, in die Batterie, aber auch wieder zurück. Beim Vehicle-to-Home wird der Strom aus der Fahrzeugbatterie in das Gebäude bzw. an das Energiemanagementsystem zurückgeführt. Hierdurch kann in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage ein größerer Grad an Eigenversorgung gewährleistet werden. Beim Vehicle-to-Grid dagegen wird der Strom aus dem Elektrofahrzeug über die Wallbox in das Verteilnetz zurückgespeist. Das Elektrofahrzeug agiert als Teil des energiewirtschaftlichen Gesamtsystems, indem es seine gespeicherte Energie dann zurückspeist, wenn sie benötigt wird.

Was alles auch noch geht… Lesen Sie dazu doch unseren heutigen Bericht:“… die Energiegewinnung aus Abwasserwärme findet noch zu wenig Beachtung