„Strombank“- Konto… einzahlen und abheben

 

Die Strom-Bank zahlt sich aus und "zahlt auch aus"

Die Strom-Bank zahlt sich aus und „zahlt auch aus“

Nun gibt es auch noch eine Strombank. Sie können dort Ihr Geld, Verzeihung Ihren Strom einzahlen und, wenn Sie genug auf dem Konto haben, auch immer mal wieder abheben.

Dieses neue „Geldinstitut“ ist letztlich nichts anderes als ein Stromspeicher, erklärte Robert Thomann den verblüfften Teilnehmern an der diesjährigen netconomica Ende September im Gustav -Stresemann-Institut in Bonn.

Dr. Robert Thomann: Von unserer neuen "Strombank" können Sie abheben ... wenn Sie genug Guthaben haben ...

Dr. Robert Thomann: Von unserer neuen „Strombank“ können Sie abheben … wenn Sie genug Guthaben haben …

Kein Banker …
Thomann ist kein Banker, sondern Innovations-manager Konzernabteilung Technologie & Innovation des Mannheimer Energie-Konzerns MVV-AG.

Sein Unternehmen testet zur Zeit, ob ein Stromspeicher so eine Art Bankfunktion übernehmen kann und, ob dies Anklang, Akzeptanz bei den Kunden des Hauses findet. Zur Zeit läuft das Ganze in Form eines Projektes mit dem untersucht werden soll, ob die Steuerung von Strom analog zu Geld zum lokalen Ausgleich der fluktuierenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien beitragen kann.
Im Saal des Gustav-Stresemanns-Instituts war es ganz still als Thomann dieses neuartige „Banken-Projekt“ skizzierte und sogar noch mitteilte das Projekt werde durch die Landesregierung Baden-Württemberg im Rahmen des BWPLUS-Programms gefördert. Die Leitung des Projektes obliegt dem Mannheimer Unternehmen MVV Energie.

Die  „Bank ist ein Stromspeicher“

Ein Blick in das Innere der Strombank

Ein Blick in das Innere der Strombank

Aber es gibt weitere Projektpartner wie die Netrion GmbH, die Netzgesellschaft von MVV Energie, die ads-tec GmbH aus Nürtingen und die Universität Stuttgart mit dem Institut für Photovoltaik (ipv) und dem Zentrum für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung (ZIRIUS).
Diese „Bank“ von der Thomann eingangs seines Referats sprach und damit seine Zuhörer fesselte, ist also ein Stromspeicher. Der verbindet mehrere lokale, dezentrale Erzeugungsanlagen im Niederspannungsnetz. Damit unterscheidet sich dieses von dem der NEXT-Kraftwerke in Köln Ehrenfeld. Das junge Unternehmen, dessen Konzept der Leiter der Unternehmenskonzeption, Jan Aengenvoort, präsentierte, kapriziert sich auf die Überlandleitungen. Rund 3000 Minikraftwerke , Biogasanlagen,

Jan Aengenvoort, Leiter Unternehmenskommunikation NEXT-Kaftwerke: Am  IT-Leitsystem hängen viele kleine Kraftwerke Biosgasanlagen ...

Jan Aengenvoort, Leiter Unternehmenskommunikation NEXT-Kaftwerke: Am IT-Leitsystem hängen viele kleine Kraftwerke Biosgasanlagen …

Solarparks, Blockheizkraftwerke und Windräder sind dabei zu einem virtuellen Großkraftwerke mit dazwischen geschatteten Speichern zusammengeschlossen. Vor sechs Jahren von zwei jungen Unternehmern, damals beide 34 Jahre alt, gegründet, macht es heute 180 Mio Euro Umsatz und wächst erfolgreich weiter.
Die Energiewende zeigt was möglich ist und, dass Innovationen gefragt sind. Wie eben eine „Strombank“. Dabei handelt es sich um einen Li-Ionen-Batteriespeicher mit einer Kapazität von 100 Kilowattstunden und einer Aufnahme- und Abgabeleistung von 100 Kilowatt. Dieser Speicher, der im Dezember 2014 in Betrieb genommen wurde, ist zusammen mit einem Wechselrichter und einer CO2-Löschanlage in einen sechs Meter langen Überseecontainer eingebaut, der im Mannheimer Stadtteil Rheinau aufgestellt wurde.

Die Strom-"Bank"

Die Strom-„Bank“

Die Gebäude der Projektteilnehmer befinden sich in einem engen Umkreis um die Strombank herum, so dass der Strom kurze Wege im Netz nehmen kann.
Bis jetzt sind insgesamt 14 private Haushalte und vier Gewerbebetriebe an die „Strombank“ angeschlossen. Dann erfolgt das „Bankgeschäft“: Den Strom den diese Haushalte und Gewerbetriebe erzeugen, zum Beispiel aus Photovoltaik- oder kleinen Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen verbrauchen sie zunächst selbst. Was sie nicht verbrauchen zahlen sie bei der Bank ein. Dort, im Stromspeicher, der Strom-Bank also, wird die Energie solange gespeichert, bis Haushalt oder Gewerbebetrieb ihn benötigen. Dann wird er wieder ausgezahlt. Neben dieser einfachsten Variante, die im Prinzip einem normalen Girokonto entspricht, werden im Verlauf des Projektes auch komplexere Ansätze getestet. Dazu zählen die Vermarktung von überschüssigem Strom innerhalb des Quartiers oder sogar die Teilnahme am Regelenergiemarkt.

Beste Quoten für den Strom-Eigenverbrauch
Erste Tests und Simulationen vermittelte Thomann seinen Zuhörern aus Unternehmen und Bundesbehörden, hätten gezeigt, dass der Stromeigenverbrauch der teilnehmenden Haushalte nahezu verdoppelt werden könne.

Die laufend erhobenen Daten über Erzeugung und verbrauch, zum Beispiel, werden den Teilnehmern, also Haushalten und Gewerbebetrieben, übermittelt. Die erfahren so per „Strombank“-App wie Kontostand aussieht und alles über den aktuellen Stromfluss. Dazu erhalten sie erhalten einen zusätzlichen Wochenreport.

Die bisherigen Test und Verfahrensabläufe haben, laut Thomann, aber auch gezeigt, dass aufgrund der hohen Flexibilität bei Leistungsaufnahme und –abgabe die Batteriespeicher grundsätzlich auch am Regelleistungsmarkt teilnehmen können. Sie reagieren sehr zeitnah auf Anfragen der Übertragungsnetzbetreiber nach einer Leistungsanpassung. Im Zuge des Forschungsprojektes soll daher auch die Vereinbarkeit der Kontomodelle mit der gleichzeitigen Bereitstellung von Sekundärregelleistung untersucht werden. Die Strombank könnte dabei in den Regelleistungspool der MVV Energie aufgenommen werden. Anfang August 2015 wurde dazu der Präqualifikationsantrag beim Übertragungsnetzbetreiber eingereicht. Inzwischen werden aber auch alle notwendigen technischen Voraussetzungen überprüft und eingerichtet.

06.10.15 logo wikDie netconomica wurde vom wik, dem Wissentschtlichen Institut für Infrastruktur  und Kommunikationsdienste in Bad Honnef veranstaltet. Der Vizepräsident der Bundesnetzagentur, Peter Franke, setzte eine Keynote und referierte über Die Energiewende und die Notwendigkeit zur Nutzung von Flexibilitäten. Dennis Niederhangen, der Leiter  des Fachbereichs   Origination, des Stadtwerkeensembles Trianel widmete sich den Veränderten Verantwortlichkeiten aus der Sicht eines Stadtwerkes.

Die Rednerliste war insgesamt hochrangig besetzt. Dass U&E zunächst die „Strombank“ vom Mannheimer Energieunternehmen MVV herausgehoben hat ist unserer subjektiven Sicht zuzuordnen. Wir werden in loser Folge aber auch über andere Präsentationen noch berichten.

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