Klimaschutz geht auch mit Benzinern …

Maria Krautzberger

Maria Krautzberger: Diesel unnötig!!!

Die Präsidentin des Bundesumwelt-amtes(UBA), Maria Krautzberger, widersprach gestern, Mittwoch, 06.September, Bundeskanzlerin Angela Merkel, die am Dienstag während der letzten Sitzung des Bundestages erklärt hatte: Der Diesel  sei unverzichtbar für den Klimaschutz. Krautzberger erklärte ganz kategorisch gegenüber Umwelt- und Energie-Report: Klimaschutz geht auch mit Benzinern – Diesel unnötig!!!

 

25.03.16 Pfeil für Text Von Diesel als Klimaretter kann also keine Rede sein, …

…wiederholte die  UBA-Präsidentin und erläuterte: Der Vorteil besteht nur auf dem Papier.

Bei gleicher Motorisierung stoßen Diesel-Pkw, laut UBA-Erklärun,  theoretisch bis zu 15 Prozent weniger CO2 aus als Benziner. „Die Realität sieht aber anders aus – SUV und hochmotorisierte Fahrzeuge werden meist mit Diesel-Motoren ausgestattet, um den Spritverbrauch in einem erträglichen Rahmen zu halten“, heißt es wörtlich in der UBA-Erklärung zu Merkels-Äußerungen. Weiter

heißt es da:  So kamen und kommen diese Fahrzeuge mehr und mehr in den Markt. Deren entsprechend höherer Verbrauch zehrt den CO2-Vorteil auf. Die Folge: Diesel haben insgesamt keine besseren CO2-Werte als Benziner.

Klimaschutz geht demnach also auch mit Benzinern. Das zeige das Beispiel Niederlande: Dort seien nur knapp 30 Prozent der neu zugelassenen Autos Diesel, „…bei uns ist es fast jedes zweite.

unverzichtbar für den Umweltschutz; Kanzlerin Angela Merkel im Bundestag

…unverzichtbar für den Umweltschutz; Kanzlerin Angela Merkel im Bundestag

[Niederlande: 29%; Deutschland: 48% (2015)]. Dennoch sind die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Pkw-Flotte in Holland um 25 g CO2/km niedriger als in Deutschland [Durchschnitt der Neuzulassungen 2015: Niederlande 102 g CO2/km, Deutschland 129 g CO2/km]. Noch 2004 waren die CO2-Flottenwerte beider Länder identisch [ca. 172 g CO2/km]“, listet das UBA auf. Und fragt zugleich:Worauf ist diese Entwicklung zurückzuführen?

25.03.16 Pfeil für TextDie Erklärung lautet: Die Niederlande haben, anders als in Deutschland, die Besteuerung für den Kauf und den Besitz der Fahrzeuge stark an CO2-Emissionen ausgerichtet, selbst die Dienstwagenbesteuerung. In Holland müssen Sie für einen VW Passat 2.0 TDI, also einen klassischen Firmenwagen, 20 Prozent des Neulistenpreises als geldwerten Vorteil versteuern. In Deutschland: ein Prozent. Dazu kommt eine Anschaffungssteuer von, in diesem Fall, 5.600 € und eine KFZ-Steuer von gut 1.500 € – viel höher als in Deutschland. Hochmotorisierte Fahrzeuge werden in den Niederlanden also nicht gefördert, in Deutschland schon.

Titelbild unseres Magazins: Auto global Vision im Juni 1999. Da wurde noch das gasangetriebene Auto favorisiert ...

Titelbild unseres Magazins: Auto global Vision im Juni 1999. Da wurde noch das gasangetriebene Auto favorisiert …

Die Folge der Politik der Niederländer sei auch, dass dort der Anteil von Elektrofahrzeugen an den Neufahrzeugen deutlich höher ist als hier (Anteil Elektroautos einschließlich Plug-in-Hybride 2015: Niederlande: 9,7 %, Deutschland: 0,7 %). Auch die Leistung und das Gewicht der Autos sind im Durchschnitt niedriger als in

Kanzlerin Angela Merkel: Darauf müssen wir noch länger warten...Karik.U&E pointer

Kanzlerin Angela Merkel: Darauf müssen wir wohl noch länger warten…Karik.U&E pointer

Deutschland. „Dieses Beispiel zeigt sehr klar“, lautet die UBA- Schlussfolgerung:  „Für den Klimaschutz ist der Diesel unnötig – vor allem wenn kleinere Autos und verstärkt Elektroautos und Plug-in-Hybride auf die Straßen kommen.“

Gleichwohl konstatiert das Amt: „Der Diesel hat theoretisch das Potenzial zum Klimaschützer. Man müsste es aber nutzen. Derzeit ist der Diesel nicht besser beim Klimaschutz als der Benziner.“

 

 

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