Hendricks: Breitseite gegen die Automobilindustrie

Die beim Dieselforum am 2. August beschlossenen Maßnahmen reichen in den meisten betroffenen Städten nicht aus, um den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxidbelastung pro Kubikmeter im

Davon gibt es immer noch zu viel in deutschen Städten, Ergebnis jüngster Untersuchungen ...  ...Karik. U+E

Davon gibt es immer noch zu viel in deutschen Städten, Ergebnis jüngster Untersuchungen … …Karik. U+E

Jahresmittel einzuhalten, der in der EU zum Schutz der menschlichen Gesundheit gilt. Sie führen lediglich zu einer Senkung in den deutschen Städten von bis zu sechs Prozent. Das ergeben Modellrechnungen des Umweltbundesamtes (UBA), die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Auftrag gegeben hatte und heute, Mittwoch 23. August,  der Öffentlichkeit vorstellte.

Es seien Maßnahmen nötig, die zu einer raschen Senkung der Stickstoffdioxidbelastung führen, forderte Hendricks heute.  „Der Dieselgipfel war ein erster Schritt, dem dringend weitere und

Hendricks

Es sind rasche Massnahmen nötig…!!! Hendricks(g.rechts)  unsicher, ob das der neben ihr stehende Verkehrsminister Dobrindt (CSU) auch gehört hat

Es sind rasche Massnahmen nötig!!! …

Hendricks unsicher, ob das der neben ihr stehende Verkehrsminister Dobrindt (CSU) gehört hat

größere Schritte folgen müssen. Es kann nicht sein, dass sich einige Hersteller selbst vor Software-Updates drücken. Auch die Weigerung der Autoindustrie, sich mit technischen Nachrüstungen zu befassen, ist für mich nicht akzeptabel. …

…Ich kann den Automobilherstellern nur raten, hier schnell Lösungen zu entwickeln“, empörte sich Hendricks …

und stellte fest: „ Eines muss dabei klar sein: Wie bei den Software-Updates sind auch bei den Hardware-Nachrüstungen die Hersteller verantwortlich. Und auch die Kosten hierfür müssen natürlich vollständig von den Fahrzeugherstellern getragen werden.“

„Dass die Luft in den Städten trotz Software-Update kaum spürbar besser wird, liegt ganz einfach am viel zu schlechten Ausgangsniveau der Fahrzeuge“, unterstützte die Präsidentin des

Viel zu schlechte Ausgangssituation bei den Fahrzeugen ; Maria Krautzberger, Präsidentin Umweltbundesamt:

Viel zu schlechte Ausgangssituation bei den Fahrzeugen ; Maria Krautzberger, Präsidentin Umweltbundesamt:

Umweltbundesamtes, Maria Krautzberger, die Aussagen von Hendricks.  Euro 5-Diesel ohne Update stoßen heute im Schnitt 906 Milligramm Stickstoffoxide pro Kilometer aus. „Das ist fünfmal mehr als der Grenzwert von 180 Milligramm. Auch aktuelle Euro 6-Diesel ohne RDE stoßen sechsmal mehr Stickstoffoxide aus dem Auspuff aus als zulässig“, brachte es Krautzberger ohne Umschweife auf den Punkt.

25.03.16 Pfeil für TextDas Umweltbundesamt hat nach Darstellung von Hendricks und Krautzberger, in Szenarien berechnet, wie sich die beim Dieselforum beschlossenen Software-Updates sowie die Umtauschprämien auf zwei beispielhaft gewählte Messstellen auswirken:  

Die Landshuter Allee in München mit einer sehr starken Belastung von 80 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter sowie die Parcusstraße in Mainz mit einer mittleren Belastung von 53 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresdurchschnitt.

Kanzlerin Angela Merkel: Darauf müssen wir noch länger warten...Karik.U&E pointer

Kanzlerin Angela Merkel: Darauf müssen wir noch länger warten…Karik.U&E pointer

Im Ergebnis wirken sich Updates und Prämien an stärker belasteten Straßen natürlich stärker aus als an weniger stark belasteten Standorten. In den wahrscheinlichsten Szenarien liegt die Minderung demnach etwa zwischen zwei Mikrogramm (Mainz) und fünf Mikrogramm (München).

„Für fast 70 deutsche Städte reichen die Maßnahmen voraussichtlich nicht aus, um die Atemluft unter den Grenzwert von maximal 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid im Jahresmittel zu senken. Nur in rund 20 Städten, die derzeit knapp über dem Grenzwert liegen, werden die Beschlüsse des Diesel-Gipfels dazu führen, die seit 2010 geltenden EU- Grenzwerte endlich einzuhalten,“ konstatierte die Präsidenten des Umweltbundesamtes.

25.03.16 Pfeil für TextDie von den deutschen Automobilherstellern angebotenen Software-Updates können die Stickoxid-Emissionen der gesamten Pkw-Flotte nach UBA-Schätzung um drei bis sieben Prozent senken – je nachdem, wie viele Besitzer das Update durchführen lassen (Annahme: zwischen 3,5 und 5 Millionen Fahrzeughalter) und je nachdem, wie viel das Update bringt (Annahme: zwischen 15 und 25 Prozent bezogen auf die Situation vor dem Update), heißt es in einer Mitteilung von Hendricks und Krautzberger zum Thema:  

25.03.16 Pfeil für TextDie Wirkung der Umtauschprämie wird demnach insgesamt geringer eingeschätzt als die der Software-Updates und dürfte je nach Annahmen zwischen null und zwei Prozent liegen. Deutlich höher wäre die Wirkung, wenn die Prämie nur für den Kauf sehr sauberer Fahrzeuge eingesetzt würde – und nicht für die Euro-6-Diesel, die die neuen Straßentests noch nicht erfüllen.

Hendricks schloss aus den vorliegenden Ergebnissen: „Für die Umwelt ist es am besten, wenn die Prämie dazu motiviert, vor allem

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks: Hier inm Fischbeck    Die Mitarbeiter in Essen müssen sich keine Sorgen machen ...

„Für die Umwelt ist es am besten …“; Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

kleine und sparsame Autos zu kaufen. Autofahrer sollten beim Autokauf darauf achten, die Prämie für wirklich saubere Fahrzeuge einzusetzen. Das sind etwa Elektroautos, solche mit Hybrid- und Gasantrieb, sparsame Benziner oder modernste Diesel, die geringe reale Emissionen auf der Straße haben, wie sie die neuesten Emissionsvorgaben vorsehen. Das sollten sich die Käuferinnen und Käufer vom Hersteller bestätigen lassen.“

In den nächsten Wochen werden die beim Dieselforum vereinbarten Expertengruppen die Arbeit aufnehmen und weitere Maßnahmen entwickeln für einen zweiten Dieselgipfel im Herbst. Hendricks: „Die Bürgerinnen und Bürger können sich darauf verlassen, dass die Bundesregierung alles dafür tun wird, Fahrverbote zu vermeiden“, versuchen Hendricks und Krautzberger die Bürger zu beruhigen.

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