Total digital
Total digital

„Die Digitalisierung der Energiewirtschaft ist in vollem Gange“, stellt Dr. Alexander Kox, Bereichsleiter Energiewirtschaft bei der Stadtwerke-Kooperation Trianel, anlässlich der Vorstellung der Konzeptstudie für eine Integrierte Energiewirtschaftliche Service-Plattform (IES) fest.

Dieser Prozess stelle die Datenverarbeitung und -bereitstellung für den Handel, die Beschaffung und die Lieferprozesse vor neue Herausforderungen, so Kox. Trianel präsentiert das webbasierte Portal im Rahmen der E-world 2015, die am 11. Februar in Essen startet.

Die Beschaffung und Lieferung von Strom und Gas wird immer komplexer. Dazu tragen die zunehmende Volatilität der Einspeisung von erneuerbaren Energien, kurzfristigere Beschaffungsstrategien sowie auch die zunehmenden regulatorischen Pflichten (REMIT, Bilanzkreispflichten) bei.
Die energiewirtschaftlichen Prozesse forderten einen stetig wachsenden und beschleunigten Datenaustausch. Der müsse „vollautomatisiert aufgesetzt werden“ muss, um so effizient wie möglich abgewickelt werden zu können, so Kox.

Umfangreiche Meldepflichten

„Auf der Basis von Wetterdaten, Preiskurven, Absatzerwartungen sowie den Daten der Netzbetreiber werden Prognosen erstellt, in immer kürzeren Zyklen angepasst und die Differenzmengen rund um die Uhr gehandelt.“
Aber auch die Abwicklung der Handelsgeschäfte, die Energie-Abrechnung, ein transparentes Risikoreporting und die immer umfangreicheren energiewirtschaftlichen Meldepflichten sind danach auf die zeitgerechte Bereitstellung aller energiewirtschaftlichen Daten angewiesen. „Mit der Entwicklung der IES wollen wir alle Prozesse der Energiewirtschaft integrieren und auf Basis eines gemeinsamen Datenbestandes durchgehend automatisieren“, erklärte Dr. Bärbel Wicha-Krause, Leiterin Prognose und zuständige Projektleiterin bei Trianel, im Rahmen der Vorstellung der Konzeptstudie.

„Im Fokus der Standardisierung der energiewirtschaftlichen Prozesse über die IES stehen die Anforderungen unserer rund 120 Kunden im Absatz-, Beschaffungs- und Erzeugungsport- foliomanagement“, ergänzt Kox. Ziel der webbasierten Plattform sei eine Entlastung der Stadtwerke beim Schnittstellenmanagement unterschiedlicher IT-Systeme. IES stellt den Kunden übersichtliche Cockpits zur Verfügung, in denen alle Prozesse dargestellt sind und gesteuert werden können. „Durch die Integration der unterschiedlichen Datenquellen in der IES hat der Kunde jederzeit die Möglichkeit auf alle für ihn relevanten Daten bis hin zur segmentscharfen Deckungsbeitragsrechnung zurückzugreifen“, erläutert Wicha-Krause.

Bereits im ersten Halbjahr 2015 werden die ersten Kunden in Pilotprojekten mit der neuen Plattform arbeiten. „Wir erhöhen durch IES deutlich die Service-Qualität und binden unsere Kunden aktiv in die Entwicklung der Plattform ein, um für unterschiedliche Anforderungen einheitliche Standards zu entwickeln“, so Kox. Perspektivisch sollen alle energiewirtschaftlichen Prozesse von der Prognose bis zur Beschaffung unter der einheitlichen Weboberfläche zur Verfügung stehen und einen neuen Standard im Portfoliomanagement setzen. „Nach der erfolgreichen Einbindung aller nötigen Applikationen und Schnittstellen werden wir 2016 auch die Netzprozesse angehen und die Möglichkeit schaffen, Smart-Metering-Daten in den Prozess zu integrieren“, ergänzt Wicha-Krause.

Im Rahmen der E-world 2015 vom 10. bis 12. Februar 2015 wird die Konzeptstudie für die Integrierte Energiewirtschaftliche Service-Plattform (IES) täglich von 9.55 bis 10.15 Uhr live am Trianel Stand (Halle 3 – Stand 3-366) vorgestellt.