Das bestehende System der Steuern und Umlagen im Energiebereich schafft energiepolitische Fehlanreize, blockiert Investitionen in Innovationen und belastet die privaten Endverbraucher wie Mittelstand überproportional hoch, konstatierte am vergangenen Freitag, 11. Januar, der Bundesverband WindEnergie (BWE) und  fordert deshalb eine Reform der Abgaben und Umlagen. Im Zentrum der Reform sollte, so  Hermann Albers, Präsident des BWE, eine transparente und effektive Besteuerung von klimaschädlichen CO2-Emissionen stehen.

"Das darf keine Ausrede für Untätigkeit sien...! Hermann Albers
“Das darf keine Ausrede für Untätigkeit sien…! Hermann Albers

„Die Neuordnung von Steuer- und Abgabensystemen ist in allen Politikbereichen langwierig und kompliziert“, konzediert Albers. „Das darf aber keine Ausrede für Untätigkeit sein. Das derzeitige Abgabensystem im Energiesektor verhindert Innovationen, erschwert die Elektrifizierung der Sektoren Wärme, Industrie oder Mobilität und bremst die deutsche Energiewende aus. Das aktuelle System steht damit einen fairen Wettbewerb der Technologien entgegen und macht es schwer, die Klimaschutzziele zu erreichen. Dies muss sich ändern!“, fordert der BWE –Präsident kategorisch.

„Nur der Einstieg in eine transparente, systematische und verursachergerechte CO2-Bepreisung über alle Sektoren trägt“, laut Albers, „ dazu bei, klimapolitisch sinnvolle Investitionsanreize zu setzen.“ Und dann richtet er gleich weine Forderung und Empfehlung an den neuen Energiestaatssekretär BMWI, Andreas Feicht. Der „… sollte dies zu einer seiner ersten Prioritäten machen. Durch den Einstieg in die CO2-Bepreisung können die wirtschafts- und industriepolitischen Potenziale der Erneuerbaren Energien, aber auch neuer Technologien wie Power-to-X und Batterietechnologien gehoben werden.“

Parallel zu deren Einführung könnte, Albers zufolge,  die Stromsteuer gestrichen werden. Das entlaste

Wärme und Verkehr bleiben weit hinter ihren Klimaschutzzielen zurück ..., Bild U+ E
Wärme und Verkehr bleiben weit hinter ihren Klimaschutzzielen zurück …, Bild U+ E

die Stromverbraucher und erhöht die Sozialverträglichkeit der Energiewende langfristig“, so Hermann Albers, der auch darauf hinwies, dass der Bundesverband Erneuerbare Energien bereits im Jahr 2017 ein ensprechendes Konzept vorgelegt hatte.

Hintergrund: Während der Anteil der Erneuerbaren Energien im Stromsektor bereits auf knapp 40 Prozent gestiegen ist, bleiben die Sektoren Wärme und Verkehr weit hinter ihren Klimaschutzzielen aber auch den technischen Möglichkeiten beim Einsatz Erneuerbarer Energien zurück. Nach wie vor wird Windenergie wegen Netzengpässen abgeregelt, obwohl sie in regionalen Wärme-/Kälte- und Mobilitätskonzepten sinnvoller verwendet werden könnte. Eine Reform des Umlagesystems kann dafür einen wichtigen Impuls setzen und die Schaffung von energiewirtschaftlich sinnvollen Flexibilitätsoptionen in den Sektoren Wärme und Verkehr anreizen.

 

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